Neuer Lehrgang für Musik und Gesang im Gottesdienst an der KU Linz

Ob gregorianischer Choral oder neues religiöses Lied: Der Schatz der Kirchenmusik ist groß. Es gibt noch vieles zu entdecken.
  • Ob gregorianischer Choral oder neues religiöses Lied: Der Schatz der Kirchenmusik ist groß. Es gibt noch vieles zu entdecken.
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Im Herbst startet der neue Lehrgang für Gesang und Musik im Gottesdienst an der Katholischen Privat-Universität. Wir haben mit Prof. Ewald Volgger über Sinn und Ziel des Lehrgangs gesprochen.

Warum ist Musik so wichtig für den Menschen?
Prof. Ewald Volgger:
Musik gilt wohl als die höchste Kunst. Mit ihrer Hilfe können Bewegungen des Herzens und Stimmungen intensiver zum Ausdruck gebracht werden. Daher begleitet Musik alle Anlässe und Erfahrungen des Lebens. Texte der Heiligen Schrift und des Gebetes können mit Musik noch sprechender werden; was sich mit Worten nicht mehr sagen lässt, kann die Musik ausdrücken. Musik, insbesondere das gemeinsame Singen, verbindet Menschen, bringt sie zur Gemeinschaft zusammen und lässt sie diese auch erfahren.


Welche Erfahrungen aus der Corona-Zeit kann man als Kirche für die Zukunft mitnehmen?
Volgger:
Die Corona-Zeit hat deutlich gemacht, dass dem Gottesdienst etwas Wesentliches fehlt, wenn nicht musiziert und gesungen werden kann. Das ist eine wertvolle Erfahrung. Es wurde im Verlust deutlicher, dass die Gemeinde mit ihrem Gesang die Liturgie trägt und gestaltet. Zudem ist deutlich geworden, wie die Musizierenden und Singenden sich durch entsprechende Gestaltung auf die Liturgie einlassen können und oft auch mit einfachen Mitteln dem Gottesdienst eine hohe Qualität geben können.


Die Vorbereitung von Gottesdiensten in Pfarren passiert oft zweigleisig: Liturgen wählen die Texte aus, die Musik soll dann passend dazu die Lücken füllen. Was geht dabei verloren?
Volgger:
Jede liturgische Feier ist eine inhaltliche Komposition, die einem roten Faden, einem Grundgedanken, folgt. Die Musik hat diesen Grundgedanken mit den entsprechend vorgegebenen und auszuwählenden Elementen zu gestalten, möglicherweise auch zu vertiefen. Liturgen sind gerufen, gemeinsam mit den Musiker/innen die Gottesdienste vorzubereiten, damit die inhaltliche Einheit nicht zerstört wird. Ein völlig vernachlässigtes Element ist zum Beispiel der Kommuniongesang in der Messe, der einen Gedanken des Evangeliums aufgreift. Indem er zur Kommunion gesungen wird, bringt die Gemeinde zum Ausdruck, dass sie sich durch die Kommunion stärken lässt, um dem Gedanken des Evangeliums im Leben zu folgen und diesem Gestalt zu geben.

Die Qualität der ausgewählten Texte und Lieder sollte auf gleicher Augenhöhe liegen. Was kann hier der neue Lehrgang zur Qualitätssicherung beitragen?
Volgger:
Die Qualität der musikalischen Gestaltung kann gefördert werden, indem die Musizierenden den reichen Schatz der ­Kirchenmusik kennen.
Zur qualitätsvollen Umsetzung gehört die Bereitschaft, sich auf Proben und ­gemeinsames Abstimmen der Aufgaben und Dienste einzulassen.
Der Lehrgang wird vieles anbieten und bewirken: Neben einem grundlegenden Verständnis zu Gesang und Musik im Gottesdienst, dem Zusammenspiel von biblischen Texten und musikalischen Elementen wird in die Geschichte der Kirchenmusik eingeführt, um ihren reichen Schatz ­kennenzulernen. Es werden viele praktische Übungen angeboten. «


Zur Sache

Mit dem neuen Lehrgang will das Institut für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie auf die häufig zu hörende Klage, dass die Kluft zwischen Musik und Liturgie zunehmend größer werde, reagieren. Musiker/innen sollen mehr von Liturgie verstehen und Theolog/innen mehr von gottesdienstlicher Musik: Das ist eine der Intentionen des Lehrgangs. Er ist für Studierende, Absolvent/innen der Theologie/Religionspädagogik sowie für Kirchenmusiker/innen (Kantor/innen, Chorleiter/innen, Sänger/innen Organist/innen in den Pfarren) gedacht. Praktische Übungen, liturgisches Singen, neue Literatur erwartet die Teilnehmer/innen.

Zertifikats-Lehrgang für Musik und Gesang im Gottesdienst: Start im neuen Studienjahr 2021. Informationen dazu unter:
www.ku-linz.at

Autor:

KirchenZeitung Redaktion aus Oberösterreich | KirchenZeitung

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