Positive Sprache erzeugt positive Gedanken

„Gut gemacht!“, das klingt doch gleich besser als „Gar nicht so schlecht!“.
  • „Gut gemacht!“, das klingt doch gleich besser als „Gar nicht so schlecht!“.
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Den Anstoß gab eine Liste mit Klassenregeln, die ihr Sohn aus der Schule nach Hause brachte. Da reihte sich Verbot an Verbot, eine Anleitung, was die Kinder tun dürfen und sollen, gab es nicht. Kerstin Bamminger achtet seither noch mehr auf den alltäglichen Gebrauch einer positiven Sprache und teilt ihr Wissen gern in Workshops und Beratungen.

„Wenn man immer nur muss, aber nicht darf, dann macht das was mit einem Menschen“, ist Kerstin Bamminger überzeugt. Worte wie „nicht“, „aber“ und „müssen“ kann man ersetzen, wenn man gezielt darauf achtet und stattdessen positive Formulierungen sucht. „Ich möchte den Menschen vermitteln, lösungsorientiert und verbindend miteinander zu sprechen, weg von Problemorientierung und Trennendem. Das bedeutet ein Loslassen alter Muster und das ist gerade am Anfang schwer. Doch es geht.“ Als Erwachsener kann man dabei den Kindern ein gutes Vorbild sein.

Gefühle spüren und benennen
Eine häufige Antwort auf die Frage „Wie geht es dir?“ ist ein unbestimmtes „Nicht schlecht.“ oder „Eh ganz gut.“ Diese Antwort kommt locker und unverbindlich, ist eingeübt und lässt vieles offen. Würden wir ein bisschen in uns hineinhören, könnte die Antwort auch „entspannt“, „glücklich“ oder „überarbeitet“ lauten. „Solche echten Gespräche öffnen uns das Tor zur Welt des anderen und sind beziehungsstärkend.“ So ganz nebenbei würde sich damit auch der Sprachschatz wieder erweitern, der im Zuge von Kurznachrichten schon empfindlich reduziert wurde.
Bamminger hinterfragt auch, ob wir wirklich ständig etwas tun „müssen“. „Ich finde, wir müssen nicht aufstehen und in die Arbeit gehen. Ich bin in der Lage aufzustehen und habe einen Job, der mein Leben finanziert. Das ist ein ganz anderer Zugang, weg vom Jammern, hin zum Erfreulichen. Das fühlt sich gleich anders an.“

Wünsche statt Verbote

Besonders im Umgang mit Kindern kommt es häufig zu Formulierungen, die eine Handlung untersagen. „Sei nicht so vorlaut!“, „Schreib nicht so unleserlich!“ oder auch „Lauf nicht weg!“. „Auch die Klassenregeln meines Sohnes waren voll mit Verboten. Es braucht die Verwendung von positiven Bildern, weg von Gewalt hin zu Frieden!“
Sich konsequent positiv auszudrücken ist eine Umstellung, die Übung erfordert. Für Kerstin Bamminger ist es ein Schritt in Richtung achtsamer Beziehungen. „Es tut den anderen gut und es tut mir gut.“

Autor:

Brigitta Hasch aus Oberösterreich | KirchenZeitung

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