Pfarrkirche Mühlheim am Inn
Ein Findling im Altarraum

Foto: Nöbauer-Kammerer

Was ist da und was wird von uns bleiben? – Die künstlerische Gestaltung des Altarraums in der Pfarrkirche Mühlheim am Inn nimmt auf existenzielle Fragen Bezug.

Ein Findling gehört hier zur Gegend: An Wegrändern, im Ackerboden – und nun auch in einer Kirche findet man seine Spuren. Sie prägen besonders in Oberösterreich das Landschaftsbild. Einen Findling hat der Künstler Rainer Noebauer-Kammerer nun in Mühlheim am Inn in den Kirchenraum geholt und mit ihm den Altarraum neu gestaltet. 

Unikat

Dem Künstler war wichtig, nicht nur die kirchlichen Vorgaben zu erfüllen, sondern auch auf regionale Gegebenheiten einzugehen. Schon bei seinen ersten Besuchen im Jahr 2018 kam er mit den Findlingen in Berührung, Noebauer-Kammerer sagt dazu: „Jeder Findling ist ein Unikat. Jedes Exemplar blickt auf eine jahrtausendelange Geschichte zurück.“ Die einmalige Form eines Findlings hat er nun gemeinsam mit Bildhauer Markus Gradner im Volksaltar der Pfarrkirche verewigt. 

Ewigkeit

Die gotische Kirche – erbaut um 1500 – hat im Lauf der Zeit mehrere Veränderungen erfahren, der alte Volksaltar war ein Provisorium. Einen Kirchenraum „für die Ewigkeit zu gestalten“ sei etwas Besonderes, betont Rainer Noebauer-Kammerer.

Spuren bleiben

Der aus Spezialbeton gegossene schwarze Quader hat eine Ausnehmung, die wie eine Höhle wirkt. Der abgegossene Findling wurde herausgeschlagen und ist nun als Leerstelle in Gold erkennbar. Die Bruchstücke werden als signierte Bausteine in Glasbehältern verkauft.

Der neue Volksaltar wirkt, als umschließe er den Stein. „Der Stein, der dem Altar die Form gegeben hat, ist nicht mehr da, aber er hat seine Spuren hinterlassen. Bleiben nicht auch von uns Spuren durch unser Tun oder Lassen, durch Bemühen oder Gleichgültigkeit, in unserer Umwelt und in den Herzen der Menschen?“, sagt dazu PGR-Obfrau Magdalena Gradinger und schlägt eine Brücke in das heutige Leben. Umsichtig begleitet hat den gelungenen Gestaltungsprozess Martina Gelsinger vom Kunstreferat der Diözese Linz. Die Altarweihe fand am 25. September statt. 

Findling

Als Findling wird ein meist einzeln liegender, sehr großer Stein bezeichnet, der während der Eiszeiten durch Gletscher transportiert und an seinem heutigen Standort zu liegen kam. Findlinge gibt es unter anderem in Skandinavien, Deutschland, der Schweiz und in Österreich.

Autor:

KirchenZeitung Redaktion aus Oberösterreich | KirchenZeitung

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