25 Jahre Allianz für den freien Sonntag
„Trennung von Arbeit und Leben in Fülle“

Foto: KAB

Die Allianz für den freien Sonntag feierte kürzlich ihr 25-jähriges Bestehen im Lentos Kunstmuseum Linz.  Der Wert des freien Sonntags soll wieder mehr ins Bewusstsein rücken, fordern die Mitglieder.

Vor 25 Jahren wurde in Oberösterreich die erste Allianz für den freien Sonntag gegründet – ein Zusammenschluss unterschiedlicher Organisationen, die gemeinsam für den Erhalt des arbeitsfreien Sonntags einstehen wollen.

Hintergrund war ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs im November 1996, wonach der wöchentliche freie Tag nicht der Sonntag sein müsse. Auf nationaler Ebene beschloss das österreichische Parlament im März 1997 eine weitere Sonntags-Ausnahmeregelung im Arbeitsruhegesetz.

Am 27. November desselben Jahres gründete sich die Allianz für den freien Sonntag, unter Initiative der Katholischen Arbeitnehmer/innenbewegung mit folgender Erklärung: „Die Ausweitung der Sonntagsarbeit in gesellschaftlich nicht notwendige Bereiche bedeutet einen gravierenden Einschnitt in das Gefüge der Gesellschaft.“ Bischof Wilhelm Krautwaschl, kirchlicher Sprecher der Allianz Österreich, sagt dazu: „Die Arbeit, die vita activa, bedarf einer Zielbestimmung durch die vita contemplativa, durch eine Ruhezeit zur Erholung, um Kraft zu finden. Sonst kann es zur Trennung von Arbeit und Leben, und zwar vom Leben in Fülle kommen.“ 

Pause ist wichtig

„Wir leiden an der Beschleunigungskrankheit“, sagt Sozialwissenschafter Fritz Reheis, Festredner bei der Jubiläumsfeier. „Ihre Symptome zeigen sich als Beschleunigungsfallen mit wachsendem Zerstörungspotenzial. Auf der Suche nach neuen Maßen für den Umgang mit Zeit kann die Ökologie der Zeit weiterhelfen. Eines ihrer entscheidenden Elemente ist die Pause. Kaum ein Lebewesen ist ohne Unterbrechung aktiv. Beim Menschen dient die Pause zusätzlich zum geistigen Innehalten zur Reflexion.“ Profitinteressen weniger Unternehmer/innen seien tatsächliche Gründe, Geschäfte am Sonntag offen zu halten, und nicht etwa die Konkurrenz durch den Internethandel, meint Philipp Kuhlmann: „Das ist nur ein Scheinargument. Dem müssen wir immer wieder den Wert gemeinsamer freier Zeit für die gesamte Gesellschaft entgegenhalten.“ «

Autor:

KirchenZeitung Redaktion aus Oberösterreich | KirchenZeitung

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