Sattelfest auf dem E-Bike

E-Bikes verhalten sich anders als herkömmliche Fahrräder. Daher sollte man sich vor der ersten Ausfahrt gut damit vertraut machen.
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  • Foto: ÖAMTC OÖ
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Bevor man sich für den Kauf eines E-Bikes entscheidet, sollte man dieses bei einem Fachhändler testen, empfiehlt ÖAMTC-Verkehrssicherheitsexpertin Petra Riener, die auch die E-Bike-Kurse des Verkehrsclubs in Oberösterreich leitet: „Es ist nie gut, sich ein E-Bike einfach nach Hause zu bestellen, ohne es vorher auszuprobieren. Wichtig ist zu wissen, wohin ich damit fahren möchte. Möchte ich etwa auf einen Berg fahren, werde ich mit einem Citybike ein Problem haben. In dem Fall ist ein Mountainbike die bessere Wahl.“ Ob Mountain- oder Citybike, eine geeignete Rahmengröße und der richtige Sattel sorgen dafür, „dass sich die Person wohlfühlt und nicht beim Bremsen abhüpfen muss oder gegen den Lenker knallt.“

Fahrtechnik üben
Da E-Bikes durch das zusätzliche Gewicht des Akkus viel schwerer als normale Fahrräder sind, besitzen sie auch ein anderes Fahrverhalten, etwa einen längeren Bremsweg. „Auch das trainieren wir bei unseren Kursen, die aus zwei Stunden Praxisübungen und einer Stunde Theorie bestehen“, sagt Riener. Manche der E-Bike-Kursteilnehmer/innen seien „seit 30 Jahren nicht mehr auf dem Fahrrad gesessen“, daher sind verschiedene, auch grundlegende, Fahrtechniken Teil der Kurse: „Wir fahren Achter und Slalom, um den Schwerpukt zu spüren, machen Zielbremsungen, üben Abbiegesituationen, trainieren die Blicktechnik.“ So sollen die Um- oder Einsteiger/innen ein Gefühl für ihr E-Bike bekommen, um später im Straßenverkehr Unfälle zu vermeiden. „Wichtig ist auch, sich mit dem Display, das Akkustand und Verstellungsstufen anzeigt, auszukennen. Sonst lenkt das zu sehr ab beim Fahren und man ist nicht auf den Verkehr konzentriert“, sagt Riener. Immer wieder komme es im Straßenverkehr zu gefährlichen Situationen, weil die E-Bike-Fahrer/innen falsch reagieren, aber das sei nicht der einzige Grund, weiß die Verkehrssicherheitsexpertin: „Der zweite Grund ist, dass andere Verkehrsteilnehmer die Lage falsch einschätzen. E-Bikes sind mittlerweile als solche nur schwer erkennbar und Fußgänger/innen sowie Autofahrer/innen tun sich schwer, die höhere Geschwindigkeit und den Bremsweg einzuschätzen.“ Sie appelliere daher auch an die Autofahrer/innen, im Zweifelsfall lieber ein wenig länger an einer Kreuzung zu warten.

Ausstattung und Gesetze
„Bei Senior/innen ist der Schulterblick oft sehr eingeschränkt möglich, deshalb empfehlen wir das Anbringen eines Seitenspiegels“, gibt Riener einen Tipp für die zusätzliche Ausstattung des E-Bikes. Wer beim Abbiegen anstatt ein Handzeichen zu geben lieber „richtig“ blinken möchte, für den gebe es bereits Helme mit integriertem Blinker, der sich über einen Taster an der Lenkstange aktivieren lässt. „Was neben dem Tragen eines Helmes auch nicht schadet, ist eine reflektierende Jacke und eine laute Glocke oder Hupe, um wirklich gut sichtbar und hörbar zu sein“, sagt Riener. Darüber hinaus sei es auch sinnvoll, sich über die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen und etwaige Änderungen in der StVO (Straßenverkehrsordnung) zu informieren. Da eine Tour auch einmal nach Deutschland oder generell ins Ausland gehen kann, verweist Riener darauf, sich auch über die dortigen E-Bike-Bestimmungen schlau zu machen. „Das ist vor allem im Falle eines Unfalls wichtig“, betont sie.


Fahren in jedem Alter

Fürs E-Bike-Fahren gebe es überhaupt keine Altersbeschränkungen, sagt Riener: „Wichtig ist, dass man sich nicht überschätzt. Darum geben wir allen Teilnehmer/innen auch Übungen mit, die sie am Sonntag am Billaparkplatz machen können.“ Wer sein E-Bike beherrscht, reagiert in stressigen Situationen auch besser und schneller, weiß die Expertin.

Infos, Termine und Anmeldung zu den nächsten E-Bike-Kursen für Senior/innen in Oberösterreich: Petra Riener, 0732 33 33 44 285 oder petra.riener@oeamtc.at

Autor:

KirchenZeitung Redaktion aus Oberösterreich | KirchenZeitung

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