Meinung
Grenzenlose Liebe

Stephan Fraß-Poindl (32) ist Fachreferent für Ehepastoral in der Erzdiözese Wien.
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Gott liebt uns, wie wir sind. Das ist das wohl größte und umfassendste Verständnis, dass es von Liebe geben kann.

Was auch immer wir tun, wie weit wir uns vielleicht auch von ihm entfernt haben, seine Liebe zu uns bleibt bestehen. Daher sprechen wirauch davon, dass Gott die Liebe ist.

Ein wenig kennen wir diese Liebe vielleicht, wenn wir selbst Kinder haben. Für sie sind wir oft bereit, auf vieles zu verzichten und ihr Wohl über unser eigenes zu stellen. Zugleich kann es uns manchmal auch schwerfallen, an dieser Liebe so bedingungslos festzuhalten.

Gerade weil wir Menschen sind, können uns auch unsere Kinder furchtbar aufregen, kann sich die Beziehung zu ihnen kompliziert gestalten und uns manchmal an unsere Liebe zweifeln lassen.

Noch herausfordernder ist die Liebe in der Beziehung zu unserer Partnerin oder unserem Partner. Wie groß ist sie beim Kennenlernen, den ersten gemeinsamen Erlebnissen und wenn wir Ja zueinander sagen. Aber nicht jeder Tag im gemeinsamen Leben ist eine Hoch-Zeit. Es gibt Zeiten, in denen die Liebe zur Partnerin oder zum Partner stärker und manchmal auch schwächer sein kann. Man kann sich voneinander entfernen und wiederfinden und manchmal kann, auch trotz großem Bemühen, die Liebe zueinander versiegen.

Gott liebt uns, wie wir sind. Wir können uns als Menschen bemühen, diese Liebe nachzuahmen und weiterzuschenken, an unsere Kinder, an unsere Partnerin und unseren Partner.

Aber eines muss uns bewusst bleiben, wir sind nicht Gott. Und auch unsere Partnerin, unser Partner und unsere Kinder sind nicht Gott. Und wir dürfen sie auch nicht an diese Stelle setzten. Ansonsten haben wir überhöhte Ansprüche an sie, die sie nicht erfüllen können und an denen letztlich wir selbst und unsere Beziehungen zerbrechen können.

Aber wir dürfen darauf vertrauen, egal welche Höhen und Tiefen wir gerade in unseren Beziehungen und im Alltag erleben, da ist jemand, der uns so liebt, wie wir sind. Gott liebt uns mit all unseren Stärken und Schwächen und egal wie oft wir ihn auch zurückweisen, er ist immer da für uns.

Denn Gott ist die Liebe.

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Autor:

Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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