Zeit für meinen Glauben
Der innere Drang zu helfen

Franz Bednar
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Früher hat Franz Bednar in seiner Freizeit hauptsächlich zu Hause gearbeitet.
Heute ist er oft unterwegs, saniert Häuser in der Slowakei oder bringt
eine Tonne Erdäpfel von Patzmannsdorf nach Wien.

Einmal im Monat fährt Franz Bednar von Patzmannsdorf im Weinviertel mit einer pensionierten Bäuerin nach Wien, den Autoanhänger beladen mit ca. tausend Kilo Erdäpfel, Zwiebel, Klopapier und anderen Hilfsgütern. Sein Ziel: Das Haus am Mariahilfer Gürtel 11 im 15. Bezirk. „Wir fahren mit ein paar Leuten aus unserer Gebetsrunde zu den Mutter-Teresa-Schwestern. Dort laden wir die Sachen mit den Obdachlosen aus, plaudern, beten und fahren wieder nach Hause.“ Einen extragroßen Anhänger hat sich Franz gekauft, um die gespendeten Waren den Missionarinnen der Nächstenliebe in Wien zu bringen. Zweimal im Jahr – zu Ostern und zu Weihnachten – transportiert der dreifache Familienvater darüber hinaus mit einigen Helfern Sachspenden wie Schals, Hauben, Handschuhe, Bäckerei, Putenfleisch und Sachertorten für bedürftige Menschen zu den Ordensschwestern. Gesammelt in den Pfarren in und rund um Patzmannsdorf. „Ich spüre einen inneren Drang zu helfen“, sagt Franz. „Und eine große Freude, wenn ich für andere etwas tun kann.“

Gehirntumor operiert

Seit 2009 unterstützt Franz mit Freunden aus seiner Gebetsrunde die Missionarinnen der Nächstenliebe. Weil er sich von Gott dazu berufen fühlt und nicht zuletzt, weil er ihm für eine überstandene Krankheit danken möchte. „2007 wurde bei mir ein Gehirntumor festgestellt“, erzählt Franz. „Ich wusste, wenn bei der OP was schiefgeht, könnte ich auch sterben.“ Trotzdem ist er unmittelbar vor der Operation erstaunlich ruhig. „Ich hatte kein Herzklopfen, habe keine Beruhigungsmittel gebraucht. Ich habe gespürt, dass ich nicht allein bin.“ Alles geht gut. Franz’ Glauben gewinnt eine neue Tiefe. „Ich habe damals die Hemmung verloren, von Jesus zu reden.“ Franz spricht offen über seinen Glauben, auch in seiner Arbeit. Und er engagiert sich für andere, nicht nur in Wien – auch in der Slowakei.

Mit der Muttergottesstatue durch das Dorf

Zusammen mit Freunden unterstützt Franz über Jahre hinweg ein Roma-Dorf in der Ostslowakei. „Wir haben bei uns Sammlungen gemacht und sind dann mit Gewand, Möbel, Dachziegeln und Baumaterial
runter.“ Fünfundzwanzig Häuser werden in der Slowakei saniert, eine Kapelle wird gebaut. „Wir haben oft mit der Muttergottesstatue eine Runde im Dorf gemacht, die Kranken besucht und mit den Leuten gebetet.“
Franz spürt den Segen Gottes auf der Helfertruppe aus Österreich. „Wir hatten viele schöne Erlebnisse. Einmal haben wir einen Alkoholiker besucht, vor dem uns der Bürgermeister gewarnt hat. Der Mann war zornig und hat randaliert. Wir sind trotzdem zu ihm gegangen und es hat kein Problem gegeben. Wir haben sogar mit ihm gebetet.“ Mittlerweile sind die Helfer aus dem Weinviertel nicht mehr im Roma-Dorf tätig, sondern unterstützen die katholische Gemeinschaft ‚Familie Mariens‘, ebenfalls in der Slowakei, finanziell und mit Arbeitseinsätzen. „Früher habe ich in meiner Freizeit vor allem zu Hause gearbeitet. Heute arbeite ich weniger zu Hause, dafür woanders“, sagt Franz lachend. Die Gemeinschaft mit den anderen und das gemeinsame Gebet geben ihm viel. „Wenn wir mit dem Auto zu den Schwestern nach Wien reinfahren und den Rosenkranz beten – das ist wirklich wunderschön.“

Autor:

Wolfgang Linhart aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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