Zeit für meinen Glauben
Schwer vorstellbar und doch real

„Mein Glaube ist an vielen Orten gewachsen. In Bolivien, beim christlichen Verein Famundi, habe ich gelernt, dass es nicht auf den Reichtum, sondern auf die Herzenseinstellung der Menschen ankommt“. (Veronika Baumgartner)
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  • „Mein Glaube ist an vielen Orten gewachsen. In Bolivien, beim christlichen Verein Famundi, habe ich gelernt, dass es nicht auf den Reichtum, sondern auf die Herzenseinstellung der Menschen ankommt“. (Veronika Baumgartner)
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Kärnten, Frankreich, Bolivien, Technische Universität Wien: Veronika Baumgartners Glaube hat sich an unterschiedlichen Orten entwickelt. Sie hat gelernt, dass es in der Beziehung zu Gott nicht nur um das Gefühl geht.

Als ich dreizehn Jahre alt war, gab es bei uns ein Familiendrama. Es ging um eine Person, die sich das Leben nehmen wollte, und ich habe gewusst, Gott ist der einzige, der helfen kann.“ Veronika Baumgartner, heute zweiundzwanzig, erinnert sich genau an diesen Tag, an dem sie alleine zu Hause ist und Gott anfleht, zu helfen.

Veronika Baumgartner

„Ich habe erahnt, was es heißt, dass es um alles geht und dass jetzt nur noch Gebet hilft.“ Veronika betet wie nie zuvor. Sie spricht alles aus, was ihr auf dem Herzen liegt. „Irgendwann war ich innerlich komplett leer. Das war der Moment, als ich auf einmal eine unglaubliche Präsenz neben mir gespürt habe. Da waren plötzlich ein Frieden und eine Sicherheit, dass alles gut wird.“ Und wirklich: Wenig später erfährt Veronika von ihren Eltern, dass alles gut ausgegangen ist.

Als Austauschschülerin in Frankreich

Veronika, Studentin an der Technischen Universität Wien, wächst in einer gläubigen Familie in Kärnten auf. Mit ihrer Mutter besucht sie schon als Kind Gebetstreffen und Glaubensseminare der Charismatischen Erneuerung. „Das Fundament für meinen Glauben war da. Ich hatte eine gute Nähe zu Gott.“ Seit der Gebetserhörung als Dreizehnjährige hat sie ein besonders inniges Verhältnis mit Gott. Ein Auslandsaufenthalt als Austauschschülerin in Frankreich mit fünfzehn entfernt sie – zuerst unmerklich – vom Glauben. „In dem kleinen Dorf, in dem ich gewohnt habe, gab es nur alle vier Wochen eine Heilige Messe.

Irgendwann bin ich nur mehr ganz selten hingegangen, weil ich mir gedacht habe, ich kann ja auch daheim mit Gott reden. Im Nachhinein habe ich gemerkt, dass ich immer weniger mit ihm gesprochen habe.“ Nach ihrer Rückkehr nach Österreich fängt sie auf einem Glaubensseminar, das sie ihrer Mutter zuliebe besucht, wieder Feuer. „Ich habe gelernt, dass es nicht nur um das Gefühl geht. Dass ich auch dann beten kann, wenn ich keine Lust dazu habe.“

Glaube und Wissenschaft: Wie zwei Puzzleteile

Nach der Matura entschließt sich Veronika wieder zu einem Auslandsaufenthalt. Diesmal in Bolivien, wo sie beim christlichen Verein Famundi mitarbeitet, der bedürftige Familien unterstützt. Anders als in Frankreich gelingt es ihr, eng mit Gott in Verbindung zu bleiben. Veronika hilft im Kindergarten vor Ort, besucht Familien zu Hause und sieht viel Armut. „Natürlich haben wir mitbekommen, wie schlecht es den Leuten geht und haben viel mit ihnen über ihre Probleme geredet. Aber ganz oft habe ich auch gemerkt, wie schön eine Person ist, welche Talente und wie viel Potential in ihr schlummern. Es kommt nicht darauf an, wie reich jemand ist, sondern welche Herzenseinstellung jemand hat.“

Zurück in Österreich beginnt Veronika das Studium der Technischen Chemie in Wien. Durch das Studium hat sich für sie eine neue Dimension im Glauben eröffnet. „Glaube und Wissenschaft fügen sich für mich wie zwei Puzzleteile zusammen. Darüber staune ich immer wieder.“

So wie es im Glauben nicht immer eine klare Antwort gibt, gibt es auch in der Naturwissenschaft Dinge, die sich nicht einfach erklären lassen. „Es gibt zum Beispiel den Welle-Teilchen-Dualismus in der Quantenphysik, wonach ein Photon sowohl eine Welle als auch ein Teilchen ist. Das ist für uns schwer vorzustellen.“ So, sagt Veronika, ist es auch mit Gott, der zugleich drei Personen und nur einer ist. Für uns Menschen schwer vorstellbar und doch real.

„Mein Glaube ist an vielen Orten gewachsen. In Bolivien, beim christlichen Verein Famundi, habe ich gelernt, dass es nicht auf den Reichtum, sondern auf die Herzenseinstellung der Menschen ankommt“. (Veronika Baumgartner)
Veronika Baumgartner: „Ich habe gelernt, dass es nicht nur um das Gefühl geht. Dass ich auch dann beten kann, wenn ich keine Lust dazu habe.“
Autor:

Sandra Lobnig aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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