Buchtipp der Woche
Keine Torte für die Klassenbesten

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Der tschechische Priester und Soziologe Tomas Halik bietet eine gelungene Deutung der Corona-Pandemie aus der Sicht von Glauben und Vernunft.
Für Sie gelesen .

Seine Bücher sind Grundnahrungsmittel für den Geist: Nüchtern, nahrhaft, ermutigend und dialogfähig.

Die Rede ist vom tschechischen Priester Tomas Halik, der 1978 heimlich zum Priester geweiht wurde und der ein enger Mitarbeiter von Kardinal Tomasek und Vaclav Havel war.

Halik ist Professor für Soziologie und Pfarrer der Akademischen Gemeinde Prag. In seinem jüngsten Buch „Die Zeit der leeren Kirchen“ finden sich die Predigten, die er von Aschermittwoch bis Pfingsten 2020 in seiner Gemeinde gehalten hat. Vom dritten Fastensonntag bis Pfingsten war die Kirche geschlossen, Halik predigte in einer fast leeren Kirche.

Es sind Predigten, die mit aller Deutlichkeit den Finger in die Wunden der Gegenwart legen und zugleich auch schon Wege der Heilung aufzeigen. Ist doch der Glaube, so Halik, „das Medikament gegen die Panik und gegen die Angst“.

Haliks Fazit angesichts der Corona-Krise: „Auch im Christentum muss etwas sterben, um dann in einer neuen, verwandelten Gestalt auferstehen zu können. Und diese neue Gestalt wird bereits geboren und wir können Zeugen und aktive Teilnehmer dieser Geburt sein.“

Er findet immer klare Worte: „Die Eucharistie ist keine Belohnung für ein gutes Verhalten, keine Torte für die Klassenbesten in der Schule Gottes. Sie ist panis viatorum, das Brot für unterwegs, und wer sich nicht auf den Weg begeben will, wer nur stehen bleiben und zurückschauen will, der soll es nicht essen.“

Mein Fazit:
Auch dieses Halik-Buch ist einfach unverzichtbar. Ein Trost- und Hoffnungs-Buch in Zeiten wie diesen.

Tomas Halik, Die Zeit der leeren Kirchen. Von der Krise zur Vertiefung des Glaubens, Herder-Verlag, 208 Seiten,
ISBN: 978-3-451-38994-8, 20,60 Euro

Autor:

Stefan Kronthaler aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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