Gedanken zum Evangelium: 29. Sonntag im Jahreskreis
Gottes Weisheit "und"

Jesus muss nichts verschweigen. Er fordert alle auf, den Gegenstand der Frage ans Licht zu bringen. Er fordert auf, genau hinzuschauen. Auf das, was vor Augen ist. Dann ordnet er es. In der Tiefe, in seiner Weisheit, nach seinem Herzen. Und plötzlich ist alles klar und einfach.
  • Jesus muss nichts verschweigen. Er fordert alle auf, den Gegenstand der Frage ans Licht zu bringen. Er fordert auf, genau hinzuschauen. Auf das, was vor Augen ist. Dann ordnet er es. In der Tiefe, in seiner Weisheit, nach seinem Herzen. Und plötzlich ist alles klar und einfach.
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Matthäus 22, 15–21

Die Ruhe, Klarheit und Weisheit Gottes faszinieren mich! Jesus weiß, wer er ist. Er erkennt die Menschen und ihre Absichten. Er weiß, wie die Liebe handelt. In mir hinterlässt dieser Abschnitt aus dem Evangelium wieder eine besondere Sehnsucht, Jesus immer ähnlicher zu werden. Warum? Weil ich Sehnsucht habe, nach Ruhe, Klarheit und Weisheit. Jetzt und heute.

So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ Ganz unabhängig voneinander haben mir zwei Menschen in den letzten Wochen erzählt, dass genau dieser Vers aus der Heiligen Schrift es ist, welcher ihnen in dieser undurchschaubaren Zeit Halt und Orientierung gibt. Dass sie für sich darin konkrete Weisung von Gott für ihren Alltag empfangen.

Mich spricht an diesem Satz besonders das „und“ Jesu an. Er lebt kein enges „Entweder – Oder“. Er lässt sich nicht in die Enge treiben. Nein, er weitet und ordnet. Er, die Liebe, gibt und lässt allen, was ihnen zusteht. Alle empfangen. Sogar in dieser schwierigen Situation.

Gottes Lösungen sind immer so, großzügig und weit. Mir gelingt das oft noch nicht so gut. Am wenigsten gelingt es mir, wenn ich in Bedrängnis gerate. Wie schnell stelle ich mir und den anderen dann in Gedanken eine „entweder – oder“-, eine „schwarz – weiß“-, eine „gut – böse“-Falle als ersten Lösungsansatz. Und was schäumt und bäumt sich nicht alles auf, wenn mir jemand mit einer (vermeintlich?) bösen Absicht entgegentritt? Da sind Verurteilung und Verteidigung schnell bei der Hand.

Das heutige Evangelium hilft mir, Jesus und sein Handeln besser kennen zu lernen und zu verstehen. Wenn ich den Heiligen Geist bitte, mir zu zeigen, wie Jesus in dieser Situation fühlt, und was sein Handeln leitet, kann ich etwas Neues erahnen und neue Ansätze erspüren. Dann habe ich Anteil an ihm. Dann schöpfe ich aus seiner Ruhe, die aus seiner Identität kommt. Jesus weiß, wer er ist – der Sohn Gottes. Er ruht im Vater, in der Beziehung mit ihm.

Jesus muss daher auch nichts verschweigen. Er deckt nichts zu. Er schluckt nichts hinunter. Stattdessen benennt er in Klarheit, was er erkennt. Er fordert alle auf, den Gegenstand der Frage ans Licht zu bringen. Er fordert auf, genau hinzuschauen. Auf das, was vor Augen ist. Dann ordnet er es. In der Tiefe, in seiner Weisheit, nach seinem Herzen. Und plötzlich ist alles klar und einfach.

Einfach mit dem lebendigen Wort Gottes leben, mehr im Vater ruhen, weise daraus handeln. Darum bete ich in dieser Woche.

Impuls

Inspiriert vom Evangelium

  • Ich mache mir neu bewusst, dass auch ich Gottes Kind bin und im Vater ruhe.
  • Für welche Situation ersehne ich besonders Gottes Blick und Weisheit für mein Denken und Handeln?
  • Welchen Vers aus dem heutigen Evangelium nehme ich mir in die kommende Woche mit?
Evangeliumskommentar als PDF
Autor:

Barbara Ruml aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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