Der Österreichische Bibelübersetzer
Das Weihnachtsevangelium auf Mittelhochdeutsch

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Die Bibel wurde schon vor Martin Luther (1483-1546) ins Deutsche übersetzt. Im 14. Jahrhundert erstellte ein unbekannter Autor, den man nach dem Fundort der meisten Manuskripte als "Österreichischen Bibelübersetzer" bezeichnet.

Die Version des "Österreichischen Bibelübersetzers" ist eine von mehreren handschriftlichen und 18 gedruckten vorreformatorischen Bibelübersetzungen. Während die anderen Übersetzer allerdings zum Ziel hatten, zu einem besseren Verständnis der lateinischen Bibel beizutragen, übertrug der österreichische Autor die lateinische Satzfolge in eine geradezu elegante deutsche Prosa. Dabei übersetzte er nicht nur große Teile der Bibel, sondern kommentierte sie für ein besseres Textverständnis.

Die Besonderheit und Bedeutung der aus der Zeit um 1330 stammenden Texte liegen auch in der Tatsache, dass als Übersetzer ein Laie tätig war, der das Recht der Laien auf die Bibel in der Volkssprache vehement verteidigt.

Beim bislang noch nach dem Fundort der beiden vollständigen Handschriften benannte „Klosterneuburger Evangelienwerk” handelt es sich um die Prosaübertragung der kanonischen Evangelien. Es umfasst auch das apokryphe, aber für das Mittelalter äußerst wichtige Nicodemusevangelium sowie zahlreiche weitere volkssprachige Legenden und Apokryphen.

Das Weihnachtsevangelium beginnt der Bibelübersetzer mit dem lateinischen Text "Factum est autem in diebus illis exiit edictum a Caesare Augusto" und geht dann über in die mittelhochdeutschen Übersetzung.

Links: Klosterneuburger Evangelienwerk. Die Übersetzung des Weihnachtsevangeliums durch den Österreichischen Bibelübersetzer. Rechts: Transkription der Schriftstelle auf Basis einer Handschrift des Klosterneuburger Evangelienwerks aus Göttweig.

DianaDiana

Schon bald nach dem Abfassen des „Evangelienwerks” entstand eine Bearbeitung des Textes. Ob diese dem Bibelübersetzer selbst oder einem anderen Unbekannten zuzuschreiben ist, lässt sich (noch) nicht sagen, ersteres erscheint wahrscheinlich. Hier wird der Text des Evangelienwerks harmonisiert, das heißt, die in den jeweiligen Evangelien und Apokryphen erzählten Stationen aus dem Leben Jesu werden zu einem Text zusammenfügt. Dabei folgt die entstandene Harmonie der Chronologie des Leben Jesu, wird aber ebenso nach Perikopen strukturiert und kann damit auch in ihren Einzelteilen gelesen werden.

Autor:

Markus Albert Langer aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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