KirchenBlatt-Serie "Ehrenamtliches Engagement in der Kirche": Teil 3
"Das älteste Mädchen im Chor"

Kerstin Konzett hat im Alter von 19 Jahren die Leitung des Mädchenchores Nüziders übernommen.
  • Kerstin Konzett hat im Alter von 19 Jahren die Leitung des Mädchenchores Nüziders übernommen.
  • Foto: Andreas Haller
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Seit 34 Jahren ist Kerstin Konzett ein Teil des Mädchenchores Nüziders, davon 23 Jahre lang als Leiterin. Dieses Engagement hat der Chorverband Vorarlberg mit dem Goldenen Ehrenzeichen gewürdigt.

Andreas Haller

Der Mädchenchor Nüziders kann auf eine traditionsreiche Vergangenheit zurückblicken. In den 70er-Jahren von Kreuzschwestern gegründet, ist das Interesse nach wie vor ungebrochen. „Bei uns gehört es einfach dazu, dass sich die Mädchen nach ihrer Erstkommunion beim Chor anmelden“, erzählt Kerstin Konzett. „Auch ich bin damals eingetreten und habe seitdem den Chor nie verlassen. Somit bin ich wohl das älteste Mädchen in der Gruppe“, lacht die 42-Jährige.

Chorleiterin im Teenageralter

Heute leitet Konzett bereits seit mehr als 20 Jahren die Geschicke des Chors. Als ihre Vorgängerin Annelotte Aichbauer auf der Suche nach einer Nachfolgerin war, hatte Konzett als damals 19-Jährige die Chance ergriffen und in der Musikschule Feldkirch eine Schulung absolviert - und wurde so eine der jüngsten Chorleiterinnen in Vorarlberg. An Mitgliedern hätte es seitdem nie gemangelt. „Natürlich ist es auch von Vorteil, dass ich als Religionslehrerin bei der Erstkommunionvorbereitung dabei bin und die Mädchen mich daher bereits kennen.“ Dass die Tradition fortgeführt wird, dafür sorge auch Tochter Leonie, wenn auch sie im nächsten Jahr im Chor mitsingen darf, erzählt die zweifache Mutter.

Alleinstellungsmerkmal

Vorarlbergweit ist der Mädchenchor Nüziders ein Unikat. „Es gibt zwar Kinder- und Jugendchöre in ähnlicher Größe, allerdings sind diese stets gemischt.“ Aber gibt es denn keine Buben, die sich für das Singen interessieren? „Ja, hin und wieder“, erzählt Konzett, „und wir haben das Thema auch mehrfach in der Gruppe diskutiert. Die Mädchen haben sich aber stets dafür ausgesprochen, die jetzige Form beizubehalten. Sie genießen ein Stück weit, dass sie unter sich sind.“
Verändert hat sich in den letzten Jahren jedoch das Erscheinungsbild: Das frühere Erkennungsmerkmal, das grüne Tuch mit Steckring, wurde durch eine bedruckte Mütze sowie ein Halstuch in Schwarz-Rot ersetzt.

Kirchliche und weltliche Auftritte

Bekannt ist der Mädchenchor vor allem für seine stimmungsvolle Gestaltung von Gottesdiensten, aber auch weltliche Auftritte runden das Jahresprogramm ab. „Wir singen während des Kirchenjahrs vor allem bei Messen, in denen die Kinder im Mittelpunkt stehen - vom Aufnahmegottesdienst der Ministranten bis zur Kindermette.“ Ein Höhepunkt der letzten Jahre war laut Konzett die Bischofskonferenz in Vorarlberg, bei der auch ein gemeinsamer Festgottesdienst in der Pfarrkirche Nüziders gefeiert wurde.
Und was reizt Kerstin Konzett an ihren Aufgaben? „Einfach die Arbeit mit den Kindern. Wenn man die Begeisterung sieht, dann bekommt man ja auch viel zurück.“ Und Arbeit gibt es genug bei rund 45 Chorproben und acht bis zehn Auftritten pro Jahr.
Geübt wird montags, stets mit einer Portion Humor. Konzett fordert jedoch im Gegenzug von den derzeit 51 Jungsängerinnen die notwendige Disziplin ein. „Man kann sich vorstellen, was bei so vielen Mädchen los ist“, so Konzett schmunzelnd. Grundsätzlich stehe jedoch die Freude am Singen im Vordergrund - ohne unnötigen Leistungsdruck.

Kirchenblatt-Serie

Rund 25.000 Menschen engagieren sich in Vorarlberg innerhalb der Katholischen Kirche bzw. der Caritas. Das Kirchenblatt stellt Menschen vor, die in den Pfarrgemeinden sowie in verschiedenen Einrichtungen mitwirken.

(aus dem Vorarlberger KirchenBlatt Nr. 45 vom 11. November 2021)

Autor:

KirchenBlatt Redaktion aus Vorarlberg | KirchenBlatt

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