Willi Mungenast ist großer Jakobswegfan
Wenn der Weg tatsächlich das Ziel ist

Willi Mungenast ist als Pilgerbegeleiter und Jakobswegpate engagiert.
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„Es fällt mir schwer, die Faszination Jakobsweg in Worte zu fassen. Der Weg gibt einem Kraft und Ruhe und bietet die Möglichkeit, in sich zu kehren“, sagt Willi Mungenast. Seit vier Jahren beschäftigt sich der Vandanser intensiv mit dem Jakobsweg. Eine Diabeteserkrankung veranlasste ihn dazu, in sich zu gehen und über sein Leben zu sinnieren. Und wo kann man das besser als entlang des Jakobswegs?

Pate und Begleiter
Inzwischen hat der wanderbegeisterte Oberländer seine Krankheit gut im Griff. Aus Dankbarkeit fasste er den Entschluss, sich für die Allgemeinheit zu engagieren. Er tut dies unter anderem als Jakobswegpate und seit kurzem auch als Pilgerbegleiter. Sein Engagement führt Mungenast auf die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) zurück. „Als ich mit einer KAB-Gruppe entlang des Jakobswegs von Wolfsthal nach Melk unterwegs war, fiel uns die sehr gute Beschilderung des Weges auf. Auch die Infotafeln stießen bei der Gruppe auf großen Gefallen“, erinnert er sich zurück. Seit damals sind Mungenast und einige Gleichgesinnte um die Attraktivierung des Vorarlberger Jakobswegs bemüht.

Gemeinsam mit Elfriede Brunner aus Höchst und Brunhilde Neyer aus Bludenz kümmert sich der Vandanser um das Teilstück zwischen St. Christoph und Bludenz. „Der Weg selbst führt durch idyllische Landschaften, Wiesen und Wälder, vorbei an Bächen und ist gut erhalten“, kommt Mungenast beim Gedanken daran ins Schwärmen. Dennoch gibt es seiner Ansicht nach Verbesserungspotenzial. „Im Oberland ist der Jakobsweg leider nicht dezidiert als solcher beschildert. Er ist als Arlbergweg bzw. Walgauweg benannt. Das markante Jakobswegsymbol - eine gelbe Muschel vor blauem Hintergrund - ist nur sehr klein abgebildet und entsprechend schlecht zu erkennen.“

Geht es nach Mungenast, soll sich das bald ändern. „Die Coronapandemie hat uns in unseren Bemühungen etwas zurückgeworfen. Für heuer ist aber die Anbringung einer Infotafel in St. Christoph vorgesehen. Zudem soll beim Kloster St. Peter in Bludenz ein Verweilplatz neu entstehen“, gibt der begeisterte Pilger einen Einblick in die Vorhaben.

Sich Zeit nehmen
Vor zwei Jahren entschloss sich Willi Mungenast auch dazu, in der Diözese Linz die Ausbildung zum Pilgerbegleiter zu absolvieren. „Im Rahmen dieser Ausbildung haben sich richtige Freundschaften gebildet“, freut er sich über die Bekanntschaft mit neuen Weggefährten. Durch die Ausbildung habe sich auch sein Zugang zum Pilgern gewandelt. „Zuerst wollte ich möglichst viele Kilometer an einem Tag schaffen. Davon bin ich weggekommen. Ich habe gemerkt, dass es mir mehr bringt, wenn ich mir Zeit nehme.“

Eine ganz andere Welt
Das Unterwegssein übt eine ganz besondere Faszination auf den Vandanser aus. „Es ist etwas sehr Spirituelles für mich. Es ist eine ganz andere Welt. Das Schöne ist, dass sich jeder das nimmt, was für ihn stimmig ist. Es gibt keinen Zwang“, beschreibt Mungenast seine Gefühle. Er selbst ist gerne in der Gruppe unterwegs. „Auch wenn jeder in seinem eigenen Tempo geht, ist mir die Gemeinschaft einfach wichtig.“

Seine ersten Erfahrungen als Pilgerbegleiter waren durchwegs positiv. „Auf einer Pilgertour lernt man die Leute ganz anders kennen. Das ist sehr inspirierend“, sagt der Montafoner, der gleichzeitig einräumt, dass es für ihn als Pilgerbegleiter auch sehr fordernd ist. „Man ist der Kümmerer der Gruppe. Da gilt es, stets flexibel zu sein“, sagt er.

Kennenlernangebote
Wer das Pilgern einmal kennenlernen möchte, dem legt Mungenast die „Einsteigerangebote“ ans Herz. „Es werden auch Tagesetappen angeboten. Für Leute, die nicht so viel Zeit haben, oder jene, die das Pilgern einmal ausprobieren wollen, ist das ideal.“ Er selbst hat sich die Begehung des kompletten Jakobswegs zum Ziel gesetzt. Den österreichischen Abschnitt hat er (in Etappen) schon komplett bewältigt. In den kommenden Jahren soll der schweizerische folgen.

Willi Mungenast ist als Pilgerbegeleiter und Jakobswegpate engagiert.
Den Österreichischen Jakobsweg hat Willi Mungenast schon komplett hinter sich gelassen.
Autor:

KirchenBlatt Redaktion aus Vorarlberg | KirchenBlatt

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