Die Salvatorianer verlassen Vorarlberg mit 31. Dezember 2021
Seligsprechung und Abschied

Heute leben noch fünf Salvatorianer im Salvatorkolleg in Lochau: Bruder Klaus Kiefersbeck SDS, Superior Pater Wolfgang Sütterlin SDS, Bruder Bruno Leicht SDS, Pater Delphin Chirund-Ndal SDS und Pater Bernhard Rehm SDS.
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  • Heute leben noch fünf Salvatorianer im Salvatorkolleg in Lochau: Bruder Klaus Kiefersbeck SDS, Superior Pater Wolfgang Sütterlin SDS, Bruder Bruno Leicht SDS, Pater Delphin Chirund-Ndal SDS und Pater Bernhard Rehm SDS.
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Die Salvatorianische Kommunität (geistliche Gemeinschaft) im Salvatorkolleg feiert mit der Weltkirche die Seligsprechung ihres Gründers „Pater Franziskus Maria vom Kreuze Jordan“. Der neue Selige hat 1893 auch das Salvatorkolleg in Lochau selbst gegründet. Es ist eine besondere Fügung, dass just im Jahr seiner Seligsprechung der Orden mit 31. Dezember 2021 die Niederlassung im Salvatorkolleg schließt.

Wolfgang Ölz

Heute leben noch fünf Salvatorianer im Salvatorkolleg Lochau: Superior Pater Wolfgang Sütterlin SDS, die beiden Patres Bernhard Rehm SDS, der Pfarrer in Möggers war, und Delphin Chirund-Ndal SDS aus dem Kongo sowie die beiden Brüder Klaus Kiefersbeck SDS und Bruno Leicht SDS. Bruder Klaus Kiefersbeck (Jahrgang 1965) beispielsweise stammt aus der Nähe des Chiemsees in Oberbayern und kam Ende März 2006 nach Lochau. Er wird nach der Schließung von Lochau, so wie seine Ordensbrüder, nach Bad Wurzach im Kreis Regensburg oder in eine andere Niederlassung in Deutschland (Berlin, Steinfeld bei Aachen oder München) übersiedeln.

2006 war noch die vorhergehende Generation an Ordensmännern im Salvatorkolleg aktiv, vor allem Pater Viktor Liebel und Pater Walter Winopal betrieben das Salvatorkolleg als Bildungszentrum im Geist der Charismatischen Erneuerung. Bruder Bruno Leicht sagt es so: „Pater Viktor Liebel war ein sehr spiritueller Mensch und konnte die göttliche Heilsbotschaft glaubwürdig vermitteln.“ Die Patres waren im Umland bis in den Bregenzerwald, in die Schweiz und ins Schwäbische als Aushilfspriester aktiv und hatten viel Rückhalt in der Bevölkerung. Superior Pater Wolfgang Sütterlin SDS ist seit 2014 im Haus in Lochau. Selbst evangelisch aufgewachsen, wurde ihm in der Anbetung im Bruchteil einer Sekunde klar, dass der katholische Glaube an die Gegenwart Christi in der Hostie wahr ist. Die Begleitung neuer geistlicher Bewegungen führte ihn bis zur Priesterweihe, die er als Spätberufener mit 55 Jahren erlebte. Er habe die katholische Kirche keineswegs von sich aus gesucht, sagt Pater Wolfgang Sütterlin, aber heute sei er total glücklich, katholischer Ordenspriester zu sein. Der neue Selige, Pater Franziskus Jordan, hatte, Pater Sütterlin eigentlich nicht unähnlich, schlagartig in der Beichte eine Sehnsucht nach Gott und eine Berufung zum Priestertum empfangen. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Pater Jordan zuvor als Rabauke hinter dem Rücken des Lehrers Teufelchen an die Tafel malen konnte.

Eine wechselvolle Geschichte

Die Errichtung des Salvatorkollegs im Grenzgebiet zu Deutschland verdankt sich der Religionsfeindlichkeit im damaligen Deutschen Reich. Die sogenannten Jesuitengesetze von 1872 verboten nämlich der Gesellschaft Jesu und allen ihr ähnlichen Ordensgemeinschaften, worunter auch die Salvatorianer fielen, Niederlassungen in Deutschland zu errichten. Zunächst als Ausbildungsstätte für Afrikamissionare angedacht, wurde die Kirche 1906 geweiht und der Schulbetrieb aufgenommen. Die meisten Schüler des Gymnasiums mit Abitur bzw. Matura kamen aus Deutschland, später wurde auch eine Klasse für Österreicher errichtet.

Die Geschichte ist geprägt von den Wirren des 20. Jahrhunderts. Im Zweiten Weltkrieg wollten die Nationalsozialisten die Hand auf das Salvatorkolleg legen und die SA einquartieren, was nur durch eine Belegung mit Wehrmachtssoldaten verhindert werden konnte. Dann war das Kolleg ein Lazarett und nach dem Krieg wohnten ehemalige russische Kriegsgefangene und französische Besatzungssoldaten hier. 1976 wurde der Schulbetrieb eingestellt und 1979 das Internat geschlossen. Auch die hauseigene Bäckerei und Schusterwerkstatt stellten den Betrieb ein. Die Landwirtschaft wurde verpachtet. Seit 1980 ist ca. ein Drittel des Kollegs als Internat an Schüler/innen der Gastgewerbeschule in Schloss Hofen vermietet. Der Turnsaal wird von KISI-Vorarlberg als Proberaum genutzt.

Seligsprechung von Pater Franziskus Jordan im Salvatorkolleg:

Zugang: www.salvatorkolleg-lochau-hörbranz.at Sa 15. Mai, 10.30 Uhr.

(aus dem Vorarlberger KirchenBlatt Nr. 19 vom 13. Mai 2021)

Heute leben noch fünf Salvatorianer im Salvatorkolleg in Lochau: Bruder Klaus Kiefersbeck SDS, Superior Pater Wolfgang Sütterlin SDS, Bruder Bruno Leicht SDS, Pater Delphin Chirund-Ndal SDS und Pater Bernhard Rehm SDS.
Das Salvatorkolleg in Lochau heute.
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KirchenBlatt Redaktion aus Vorarlberg | KirchenBlatt

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