Die wöchentliche Kolumne von Prof. Józef Niewiadomski
Schlusspunkt

Prof. Dr. Józef Niewiadomski

Der Kontrast zwischen den beiden Gewässern könnte nicht größer sein. Obwohl sie nah beieinander liegen und auch miteinander verbunden sind – durch den Jordan. Das Meer von Galiläa, der See Genezareth, hat kristallklares Wasser und ist voll von Leben. Das Tote Meer gleicht einem Sammelbecken von dunkler, ungenießbarer Brühe. Einer Brühe, in der jegliche Bewegung erstarrt und auch das Leben erstirbt. Und warum ist es so? Vor Jahren hörte ich eine Antwort auf diese Frage, die mich verblüffte. Naturwissenschaftlich zwar nicht tragfähig, ist sie trotzdem genial. Der See Genezareth hat viele Zuflüsse, genauso wie auch das Tote Meer seine Zuflüsse hat. Im Unterschied zum See Genezareth hat aber das Tote Meer keinen Abfluss. Und weil es keinen Abfluss hat, weil es nichts hergibt, weil es in sich hermetisch abgeschlossen bleibt und bloß verduftet, ist es tot. Das Tote Meer als Sinnbild eines in sich selbst verschlossenen, bloß auf sich selbst bezogenen Menschen? Das Wunder des Lebens beschenkt uns alle auf Schritt und Tritt. Es versorgt uns mit Gnadengaben. Dasselbe Wunder nimmt uns aber auch in die Pflicht. Es verlangt, dass wir die Gaben auch weiter geben. Damit wir nicht zur braunen Brühe werden.

Autor:

TIROLER Sonntag Redaktion aus Tirol | TIROLER Sonntag

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