Peter Fellin in der Hofburg Brixen
Über die letzten Dinge

Peter Fellin, Meditativ II, 1986; Kruzifix aus der Lamprechtsburg bei Bruneck, ca. 1140.
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  • Peter Fellin, Meditativ II, 1986; Kruzifix aus der Lamprechtsburg bei Bruneck, ca. 1140.
  • Foto: Hofburg Brixen, Andrè Terza
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Heuer wäre Peter Fellin 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass stellt die Ausstellung „Meditationen“ im Brixner Diözesanmuseum Hofburg ein Zwiegespräch zwischen seinen Werken aus der Museion-Sammlung und Exponaten aus dem Hofburg-Bestand her. Es handelt sich um eine kritische und sachlich-künstlerische Auseinandersetzung mit den „letzten Dingen“. Dabei begegnen sich Fellins Werke und klassische Kunst auf Augenhöhe.

Gegenüberstellung. Den Objekten, seien es nun Evangelisten, Schriften oder Meditationsbilder, werden mittelalterliche Skulpturen, Andachtsbilder, Handschriften und Fragmente aus einem Fresko von Paul Troger gegenübergestellt. Die Ausstellung zu Ehren Fellins ist bis zum 7. November geöffnet.Auf die Vielfalt angesprochen, meint Kurator Andreas Hapkemeyer, dass sich Fellin zeitlebens mit religiöser Kunst beschäftigt habe. Das kommt bei seinen öffentlichen Arbeiten ab den späten 1940er-Jahren zum Ausdruck. Ehe er zur Abstraktion überging, realisierte er ein religiöses Werk, das mit expressionistischen und biblischen Figuren ausgestattet ist.

Gewerbeschule in Innsbruck. Fellin wurde im Alter von drei Jahren Vollwaise. Von seinem in Graz lebenden Onkel und Generalstaatsbibliothekar Giacomo Fellin adoptiert, besuchte er die Pflichtschule in Graz und die Gewerbeschule in Innsbruck. Nach dem Tiroler Intermezzo zog es ihn wieder nach Graz, ehe er ab 1938 als Student an der Akademie der bildenden Künste bei Herbert Boeckl Selbstportäts zu malen begann. Die Kriegserfahrung hat Fellin nachhaltig geprägt. Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft ließ er sich in Meran als Künstler nieder und heiratete Herta Huber. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor. Mit einer Gruppe Südtiroler Künstler hat er Ausstellungen geplant und realisiert. Als Beispiel kann jene im Kunstpavillon 1984 in Innsbruck angeführt werden. Der Künstler wurde mit dem Walther-von-der-Vogelweide-Preis und dem Ehrenzeichen des Landes Tirol ausgezeichnet. Peter Fellin starb im Jahr 1999.

Ausstellung Tischkultur. Zusätzlich ist in der Hofburg auch die Ausstellung „Zu Tisch beim Fürstbischof“ zu sehen, in der es um die Kulturgeschichte der Ernährung und Heilmittel im südlichen Tirol geht. In den Schauräumen ist Wiener Porzellan, glänzendes Tafelsilber und mehr aus dem Hof des Brixner Fürstbischofs zu sehen.

Hintergrund:
Peter Fellin gehörte zu den bedeutendsten Künstlern der Nachkriegszeit in Südtirol. Um zu überleben hat er vom Ende der 1940er Jahre bis fast an sein Lebensende zahlreiche sakrale Werke für Kirchen und Privathäuser geschaffen. Dieses Werk ist in einem Katalog erstmals dokumentiert. Außerdem sind Fellins abstrakte Werke, die in der Ausstellung gezeigt werden, wiedergegeben. Das Buch ist um 24 Euro in der Hofburg und im Buchhandel erhältlich.

Information: Diözesanmuseum Hofburg Brixen, Hofburgplatz 2, 39042 Brixen. Geöffnet täglich von 10-18.30 Uhr, ab 1. Oktober 10-17 Uhrwww.hofburg.it

Andreas Raffeiner

Peter Fellin, Meditativ II, 1986; Kruzifix aus der Lamprechtsburg bei Bruneck, ca. 1140.
Kreuzwegstation XIII, Pfarrkirche zum hl. Josef 
in Algund.
Autor:

TIROLER Sonntag Redaktion aus Tirol | TIROLER Sonntag

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