Weggemeinschaften:
Dem Glauben eine Sprache geben

Vor dem Widum von Mutters hat sich ein Teil der Weggemeinschaft für dieses Foto versammelt (v. li): Monika Huter, Ingrid Waibl und Alois Falschlunger mit Pfarrer Tomas Ostarek (2. v. li.). Ein erstes Treffen nach der Pause durch die Einschränkungen in der Corona-Krise. Für den Neustart brauche es Geduld und Zuversicht und auf jeden Fall einen langen Atem.
  • Vor dem Widum von Mutters hat sich ein Teil der Weggemeinschaft für dieses Foto versammelt (v. li): Monika Huter, Ingrid Waibl und Alois Falschlunger mit Pfarrer Tomas Ostarek (2. v. li.). Ein erstes Treffen nach der Pause durch die Einschränkungen in der Corona-Krise. Für den Neustart brauche es Geduld und Zuversicht und auf jeden Fall einen langen Atem.
  • Foto: Hölbling
  • hochgeladen von Walter Hölbling

Die Türen hat man ihr nicht eingerannt, als Ingrid Waibl die Initiative zur Gründung einer „Weggemeinschaft“ ergriffen hat. Aber die Vision lebt, und mit einem langen Atem hofft sie, weitere Menschen dafür gewinnen zu können.

Wie fangen Erfolgsgeschichten an? Nicht immer mit einem sensationellen Start, sondern auch mit Enttäuschung, Rückschlägen und viel Beharrlichkeit. „Wir haben im Pfarrblatt dafür geworben, Leute direkt angesprochen,“ erinnert sich Ingrid Waibl im Tiroler Sonntag-Gespräch zurück. Über die Pfarrgrenzen hinaus. Die Obfrau des Pfarrgemeinderates in Natters und ihr Stellvertreter Alois Falschlunger haben die Idee von Bischof Hermann Glettler aufgegriffen, in Natters eine Weggemeinschaft ins Leben zu rufen. Eine kleine Runde von Menschen, die sich über das Sonntagsevangelium austauschen und für Menschen zu beten, denen es nicht so gut geht. „Derzeit sind wir vier Leute, die sich alle 14 Tage treffen“, so Waibl. Es sei ein schönes Zeichen der Verbundenheit, dass zwei Mitglieder aus Natters und zwei aus Mutters kommen, freut sich Waibl.

Über die Bibel und das Leben

Bevor die Weggemeinschaft richtig zum Blühen kam, hat die Corona-Krise die regelmäßigen Treffen schon wieder unmöglich gemacht. Für Online-Treffen über Messengerdienste oder Videoplattformen sei die Gruppe noch zu jung und zu wenig eingespielt gewesen, meint Waibl. „Eine Weggemeinschaft ist eine sehr persönliche Angelegenheit“, so Waibl. „Man erzählt sehr viel über sich, wenn man über eine Bibelstelle spricht“. Das müsse in der Gruppe wachsen und reifen und gewinne erst mit der Zeit an Tiefe.

Dem Glauben eine Sprache geben

Jetzt, wo die ersten Begegnungen wieder möglich sind, lässt Waibl keinen Zweifel aufkommen. „Unsere Weggemeinschaft werden wir weiter führen“. Die Begegnungen in der Gruppe sind ihr wichtig, weil man im Gespräch über die Bibel lerne, den eigenen Glauben zu artikulieren. „Für Menschen, die wenig Gelegenheit haben, über ihren Glauben zu sprechen, ist das eine große Chance, die Sprache dafür einzuüben“, meint Waibl. Das eigene Glaubensleben selbst in die Hand zu nehmen, das ist für Waibl wichtig. In der Corona-Zeit habe sie Tendenzen zu einem „Versorgungs-Christentum“ gespürt: „Menschen wollen auch im Glauben versorgt werden mit Angeboten. Weggemeinschaft ist ein kleiner Schritt des Selber-Denkens und Selber-Entdeckens.“Wichtig ist Waibl auch der soziale Aspekt der Weggemeinschaft: „Sie macht sensibel für andere, oft versteckte Nöte. Das ist eine wichtige Form von Seelsorge und Mittragen“.

Autor:

Walter Hölbling aus Tirol | TIROLER Sonntag

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