11. Sonntag im Jahreskreis | 13. Juni 2021
Meditation

Überreich und in Fülle
Gott ist Meister darin, sich verschwenderisch zu verschenken. Die Bibel erzählt davon.

Bester (!) Wein im Überfluss.
Denken wir an das Weinwunder bei der Hochzeit zu Kana (Joh 2,1–12). Sechs steinerne Wasserkrüge, jeder mit 80 bis 120 Liter Fassungsvermögen, hat Jesus in Wein verwandelt. Und es wird extra betont, dass die Krüge bis an den Rand gefüllt waren. Gehen wir von durchschnittlich 100 Litern pro Krug aus, sind das 600 Liter oder 800 Flaschen Wein.
Ich habe mich schlau gemacht, wie viel Wein auf einer Hochzeit gebraucht wird. Eine Auskunft war: 15 Liter oder 20 Flaschen Wein für ein Fest mit 60 Gästen. Selbst wenn also bei einer jüdischen Hochzeit vielleicht doppelt so viele, 120 Gäste, sieben Tage lang feierten, sind wir bei 210 Liter oder 280 Flaschen Wein. Das ist immer noch weit unter den 600 Liter, die Jesus gewandelt hat. Noch dazu haben die Gäste ja bereits Wein getrunken, er ist immerhin schon ausgegangen, womöglich wurde schon einige Tage gefeiert.
Fazit: Jesus hat einfach viel, viel zu viel Wein gewandelt. Warum? Er will uns zeigen, dass Gott nicht knausrig ist. Er gibt in Fülle. Und zwar nicht nur, was die Menge, sondern auch, was die Qualität betrifft. Er liefert keinen billigen Fusel, wie es der Küchenchef angesichts der späten Stunde erwartet hätte. Er schenkt besten Wein.

Sorgsam umgehen mit der Fülle. Ähnliches erfahren wir bei der Brotvermehrung. Kurz nachdem Jesus zweimal tausende Männer mit wenigen Broten sättigte (Mk 6,35–44; 8,1–10), machen sich die Jünger Sorgen, weil sie vergessen haben, Brot einzupacken (Mk 8,14–21).
Ich kann das gut nachvollziehen, ich werde auch ganz nervös, wenn ich das Gefühl habe, ich habe nicht genug Jause mit. Was ich aber in dieser Erzählung spannend finde, ist, dass Jesus die Jünger nicht daran erinnert, dass sie ja wohl darauf vertrauen können, dass er sie wieder sättigen kann. Nein, er erinnert sie an das, was übriggeblieben ist: 12 Körbe und 7 Körbe. 12 und 7, das sind Zahlen der Fülle. Alle sind satt geworden, und trotzdem ist noch eine riesige Fülle übriggeblieben.
Gott gibt nicht nur so viel, dass wir gerade
mal genug haben zum Überleben. Nein, Gott gibt in Fülle. Und es ist ihm offensichtlich wichtig, dass wir sorgsam mit dieser Fülle um-gehen: „Sammelt die übrig gebliebenen Brotstücke, damit nichts verdirbt“ (Joh 6,12). Die Frage ist, wie wir mit dieser Fülle umgehen und ob wir sie überhaupt wahrnehmen.

Elfriede Demml
Video: pv-christkoenig-schutzengel.graz-seckau.at

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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