Konflikte einkochen | Teil 06
Zutaten zur Versöhnung

Zirkeltraining für gegenseitiges Verständnis

Ziel dieses Zirkeltrainings ist es, eine Frage aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten.

Man braucht: zwei Sessel, vier Kärtchen (auf eines schreibt man „Ich“, auf das zweite „Ich von außen“, auf das dritte „Du“ und auf das vierte „Ein Fremder“). Diese Übung kann man allein, zu zweit oder in einer Gruppe durchführen.

Als Vorbereitung legt man das Ich-Kärtchen auf einen der Stühle, das Ich-von-außen-Kärtchen in Schrittdistanz neben diesen Stuhl auf den Boden. Das Du-Kärtchen platziert man auf dem zweiten Sessel und das Ein-Fremder-Kärtchen mindestens fünf Schritte entfernt von den beiden Stühlen ebenfalls auf den Boden.

Anwendung in einem praktischen Beispiel:
Bei Frau Helene und ihrer 17-jährigen Tochter Sissi hängt der Haussegen schief. Die Mutter möchte Sissi vorschreiben, wann und wie sie zu lernen hat. Und das, obwohl die Tochter eine gute Schülerin ist. Die junge Erwachsene will selbstständig über ihre Arbeitsweise entscheiden. Die Frage, auf die beide eine Antwort suchen, lautet: „Was wäre für eine Versöhnung notwendig?“

Sissi beginnt, setzt sich auf den Ich-Stuhl und wiederholt ihre Position: „Ich will nicht bevormundet werden.“

Dann stellt sie sich auf das Ich-von-außen-Kärtchen und schaut auf „sich“ (auf dem Stuhl) herab. Die Antwort auf die Frage nach der Versöhnung spricht sie aus: „Die Sissi möchte nicht als Kind gesehen werden.“ Dann setzt sie sich auf den Du-Platz und ist damit in der Rolle ihre Mutter und sagt: „Ich als Mama wünsche mir, dass ich weiter einen Platz in Sissis Leben habe.“

Bei der letzten Station schlüpft Sissi in die Rolle eines Fremden. Hier sagt sie: „Das ist ein normaler Konflikt zwischen Eltern und Jugendlichen. Es braucht nur jeder von seiner Position ein wenig herunterzusteigen.“

Nun wechseln Mutter und Tochter die Plätze, Helene durchläuft das Zirkeltraining mit derselben Frage, und Sissi hört zu.

Danach kommt eine gemeinsame Reflexion. Mutter und Tochter sprechen darüber, was sich für sie durch die einzelnen Sichtweisen verändert. Im nächsten Schritt überlegen sich die beiden Frauen konkrete Lösungen, um in Zukunft besser miteinander klarzukommen.

Koffer packen

In Konflikten neigen wir alle dazu, Negativem besonders große Bedeutung beizumessen. Diese Methode hilft dabei, das Positive nicht aus den Augen zu verlieren.

Stellen Sie sich zwei Koffer vor, einen negativen und einen positiven Koffer. Nun legen Sie fest, wie weit der Zeitraum zurückreichen soll, den Sie bearbeiten wollen – es sollten maximal zwei Wochen sein.

Der nächste Schritt ist, dass Sie den negativen Koffer befüllen. Listen Sie vor allem die negativen Gefühle rund um den Konflikt auf (zum Beispiel: Ärger über deine Unpünktlichkeit …). Danach sperren Sie in Ihrer Vorstellung alle negativen Begebenheiten in den imaginären Koffer ein und stellen ihn bewusst zur Seite.

Nun wenden Sie sich dem positiven Koffer zu. Notieren Sie sich, welche positiven Aspekte es in Ihrer Beziehung mit dem Konfliktpartner in letzter Zeit gegeben hat. Worüber haben Sie sich gefreut? Sie werden überrascht sein, wie viele es sind!

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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