Konflikte einkochen | Teil 03
Wenn alles überkocht

Eskalierenden Streit stoppen: Der Notschalter

In einem heftigen Streit kann sich schnell eine Eigendynamik entwickeln. Bevor das Wortgefecht Kränkungen zur Folge hat, sollte man einen verbalen Notschalter betätigen.

Was man dafür braucht: ein gemeinsam vereinbartes Auszeit-Signal (Wort, Satz, Zeichen).

Das kann das Timeout-Zeichen aus dem Sport sein (mit den Händen ein „T“ formen). Möglich ist aber auch ein anderes Zeichen, ein bestimmtes Wort oder ein Satz. Wichtig ist nur, dass dieses Signal nicht auch in einem anderen gemeinsamen Kontext eingesetzt wird. Das Auszeit-Signal ist ein sehr kraftvolles Mittel, um sich eine Verschnaufpause zu verschaffen. Setzt eine der Personen das Zeichen, ist es von der anderen unbedingt zu akzeptieren, und das Wortgefecht stoppt sofort. Sinnvoll ist es dabei zu vereinbaren, wie lange diese Auszeit dauern soll (z. B.: Wir nehmen uns jetzt fünf Minuten Auszeit!). Ziel dieser Unterbrechung ist es, dass die Beteiligten zur Ruhe kommen, um sich danach mit mehr Sachlichkeit wieder begegnen zu können.

Probleme lösen mit Konflikt-Yoga

Wenn man seine innere Haltung verändert, ändert sich auch die des Gegenübers. Diesen Mechanismus kann man sich mit Hilfe von Konflikt-Yoga zu Nutze machen.

Es sind kleine Veränderungen, die eine große Wirkung nach sich ziehen können. Mit etwas Übung lernt man, sich seine eigene Körpersprache in bestimmten Situationen bewusst zu machen: Wie stehe oder sitze ich, wenn ich zornig oder deprimiert bin? Wie, wenn ich gesprächsbereit und positiv eingestellt bin? Ist man sich dessen bewusst, hat man den größten Schritt schon getan.

Danach kann man dieses Wissen gut einsetzen, um eine Konfliktsituation zu beeinflussen. Indem man seine eigene Körperhaltung ändert, beginnt man eine Situation anders zu sehen. Und im nächsten Schritt reagiert (oft unbewusst) auch das Gegenüber darauf, verändert seine Haltung und schließlich auch das Verhalten.

Starre Standpunkte lockern: Besen, öffne mich!

Legen Sie einen Besen auf den Boden, so dass Sie rechts und links davon stehen können. Dann stellen Sie sich auf eine Seite des Besens und formulieren Ihren derzeitigen Standpunkt. (Beispiel: „Ich werfe dir vor, dass …“, „Mit dir rede ich nicht!“, „Wenn du das tust, dann …“). Das ist die Seite der Vergangenheit, der Vorwürfe, der Verletzungen und Kränkungen.

Danach steigen Sie über den Besenstiel auf die andere Seite und versuchen dabei, Ihren Blickwinkel auf den Konflikt zu verändern. Richten Sie Ihren Blick nach vorne, und versuchen Sie Ihre Gedanken auszusprechen. (Beispiel: „Ich verstehe, dass …“, „Ich würde mir wünschen …“, „Ich bin bereit für ein Gespräch!“). Das ist die Seite der Zukunft, der Versöhnung und der Lösung des Konflikts.

Nehmen zwei oder mehrere Personen an der Methode teil, wird sich schnell eine Diskussion entwickeln.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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