Arbeitsplatz Kirche | Teil 06
Stefan Teubl, Organist in Pischelsdorf

Wenn der Organist mit Augenaufschlag dirigiert

Herumgekrabbelt sei er schon als Kind bei der Orgel, erzählt Mag. Stefan Teubl. Sein verstorbener Vater, beruflich einst „Oberbuchhalter“ bei der Molkerei Hartberg, war über 50 Jahre Organist und Chorleiter in Kaindorf. Als er Stefan anregte, es einmal an der Orgel zu probieren, war der bereits 16 Jahre alt, und es gefiel ihm recht gut. Heute ist er in der Pfarre Pischelsdorf für fünf Stunden Organistendienst und zwei Stunden Leitung des Kirchenchores angestellt. In seiner Heimatpfarre Kaindorf spielt er öfter ehrenamtlich. Hauptberuflich unterrichtet er Klavier, Orgel und Keyboard an der Musikschule mit dem Zentrum in Bad Waltersdorf und leitet einen Kinderchor in Kaindorf.

Die „familiäre Vorbelastung“ vervollständigt der Großvater; er brachte sich das Orgelspielen im Selbststudium bei. Stefan Teubl, geboren am 22. März 1971, wuchs mit fünf Geschwistern auf. Seine Mutter war auch Sekretärin. Sie ist Kommunionspenderin und singt im Kirchenchor Kaindorf.

Religionslehrer zu werden war ein Wunsch von Stefan Teubl. Er hatte 1989 das frisch eröffnete kirchliche Konservatorium besucht und nach vier Jahren abgeschlossen. Nach zwei Jahren Theologiestudium fühlte er, „die Liebe zur Orgel ist größer“. Er schrieb sich an der heutigen Kunstuniversität Graz für katholische Kirchenmusik mit dem Hauptfach Orgel (inklusive Chorleitung, Gregorianik…) und dem Zweitfach Komposition ein. In Instrumental-Gesangs-Pädagogik (IGP) schloss er ebenfalls die Ausbildung ab.

Seit 1998 genießt Teubl die „ganz angenehme“, abwechslungsreiche und schöpferische Beschäftigung „bei einem guten Pfarrer“ in Pischelsdorf. Bergwandern, Lesen, Radfahren und Reisen sind seine Hobbys, eben neben der Liebe zur Musik.

Wenn bei einer großen Orgelsolomesse vielleicht zu Ostern der Dirigent des Kirchenchors und Orchesters auch Orgel spielen soll? „Ich schaue, dass ich es vermeide“, schmunzelt Stefan Teubl. Aber in so einem Fall spiele er im Stehen. Dann dirigiere er halt mit nur einer Hand und gebe den Einsatz „mit Augenaufschlag und Kopfnicken“.

Ein Organist sei „der Dirigent des Volkes“, der den Feiernden das Tempo vorgebe. „Organisten-Dienst“ bedeute, das Volk zu unterstützen, erwägt Teubl. Ihm gefalle die christliche Grundbotschaft „Nicht gegeneinander, sondern miteinander“. Bei Verliebten und anderen Menschen gelte sie ebenso wie von Gott, „der die Liebe ist“. Ein Abbild davon seien die vielen „Register“ einer Orgel. „Registrieren“ heiße die Klänge „in Beziehung setzen“. Der Organist spiele eine Stimme allein, oder er „schaut, was zusammenpasst“.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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