Mensch/Priester - Bischofsvikar Dr. Heinrich Schnuderl
Priestersein heißt Alltag, nicht Hochseilakrobatik

 

Gemeinsam mit der steirischen Zeitung „WOCHE“ startet das Sonntagsblatt im Advent die Serie „MenschPriester – PriesterMensch“. Was Papst Benedikt XVI. im Sommer nach dem Paulusjahr ausgerufen hat, das „Priesterjahr“, will die Reihe jede Woche mit Leben füllen – mit dem Leben je eines steirischen Priesters „aus Fleisch und Blut“.

Bischofsvikar Dr. Heinrich Schnuderl hat die Reihe auf den Weg gebracht. „Nicht Hochseilakrobatik, sondern Alltag“ bedeutet für den Pastoralamtsleiter Priestersein, auch wenn mancher Pfarrer einen „Leuchtturm in der Brandung“ darstelle. „Nicht den Frust und das Wehklagen verstärken“ solle das öffentliche Reden über den Priesterberuf. Viele Klischees wie „die Priester tun nur am Sonntag etwas“ geistern nach wie vor herum. Wie vielfältig ihre Arbeit ausschaue, sei zu wenig bekannt.

Warum leiden dann manche Priester am Burn-out, sind ausgebrannt? „Ihre Erwartungen und die Wirklichkeit klaffen auseinander“, vermutet der Grazer Stadtpfarrpropst. „Du kommst als Kaplan hinaus, und die Leute stellen sich nicht an, um geistlichen Trost oder Wegweisung zu bekommen“, erinnert er. Es brauche die Bereitschaft, den Menchen einen Schritt entgegenzugehen. Dass der Priester nur in der Pfarrkanzlei zu sitzen brauche, und die Leute kommen, „das war einmal“.

Wie wird man Priester? Er selber habe „kein außergewöhnliches Bekehrungserlebnis“ gehabt, räumt Heinrich Schnuderl, der 27 Jahre als Studentenseelsorger wirkte, ein. Er sei in einer „gut katholischen Familie“ aufgewachsen und habe ministriert. Seine oststeirischen Verwandten hätten ihn gern im Bischöflichen Seminar gesehen, als er in der vierten Klasse Volksschule seinen Berufswunsch ausgesprochen habe. Doch seine Eltern haben ihm zu einem staatlichen Gymnasium geraten.

Im Priesterseminar habe er die „spannende Zeit des Konzils“ erlebt, erzählt Schnuderl. Nach der Priesterweihe 1967 habe er gehört, dass für Schladming ein Kaplan gesucht werde. Um „am weitesten weg von zu Hause“ zu sein und nicht ständig besucht zu werden, sei er ins Ennstal gezogen. Von der Tourismusgemeinde kam er in das zuerst „ganz fremde Milieu“ als Hochschulseelsorger an der Montanuniversität Leoben und später als Nachfolger von Dr. Egon Kapellari in Graz. Als Pastoralamtsleiter sei er jetzt „Helfer des Bischofs, damit er Hirte der Diözese sein kann“.

Persönlich freue er sich, Gäste zu haben, schildert der Welschriesling-Liebhaber. Er stehe ja auch bei der Messe „stellvertretend für einen Gastgeber“ am Altar, „für den eigentlichen Gastgeber“.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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