Ordensleben in der Steiermark | Teil 06
Mit Don Boscos „coraggio“ voran

„Salesianer-Himmel“ mit Don Bosco und Maria (links). Darunter trat bei einer Langen Nacht der Kirchen Stefanie Werger auf. Rechts die Kirche der Pfarre mit dem Markenzeichen Kinder und Jugend.
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  • „Salesianer-Himmel“ mit Don Bosco und Maria (links). Darunter trat bei einer Langen Nacht der Kirchen Stefanie Werger auf. Rechts die Kirche der Pfarre mit dem Markenzeichen Kinder und Jugend.
  • Foto: Gerd Neuhold
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Mit der Musikkapelle voran sei der heilige Johannes Bosco in die Dörfer gezogen. Dort habe er eine Andacht gehalten, gepredigt und so „die Herzen und die Taschen geöffnet“, erzählt der Grazer Salesianer Don Boscos P. Helmut Rodosek. Wenn in der Pfarre Graz-Don Bosco nicht nur eine Theatergruppe zwei Mal im Jahr ein großes Stück aufführt, sondern auch ein Chor und das bekannte Jugendblasorchester konzertieren, ist das beste Tradition des Ordensgründers. Don Bosco hat die Musik gefördert und gepflegt und selber ein Orchester gegründet.

Depressiv braucht ein Salesianer also nicht zu werden? „Keine Sorge, die Jugend hält einen auf Trab“, lacht Rodosek. Herzerfrischend seien die Begegnungen im Kindergarten der Pfarre. Mit Respekt gehe er auch auf die jungen Menschen im Jugendzentrum zu. Sie merken, „wir wollen ihnen Gutes tun“. Musik, Theater, Sport … sogar einen Kunstrasen zum Fußballspielen stellt die Pfarre bereit.

„Eher spontan, herzlich, fröhlich“, so würde P. Helmut einen typischen Salesianer beschreiben. Wohl auch sportlich. Mit 88 Jahren trainiert etwa P. Roman Stadelmann in Amstetten eine Fußballmannschaft. Und der 2009 im 92. Lebensjahr in Graz verstorbene P. Hermann Aichinger konnte zuletzt zwar nicht mehr mitten im Trubel wirken, besuchte aber Kinder in der Klinik und brachte ihnen Geschenke mit. „Das Herz bleibt zur Jugend hingezogen“, bemerkt der Pfarrer.

Eine besondere Vorliebe für Kinder- und Jugendarbeit, und dass man in Gemeinschaft lebe, nicht als Einzelkämpfer: So schildert P. Rodosek das Ursprungscharisma des Ordens. Er selber wurde 1948 in Graz geboren und wuchs in Mooskirchen auf. Bei der Katholischen Arbeiterjugend lernte er, „in der Gruppe unser Leben anzuschauen und mit dem Evangelium in Verbindung zu bringen“. Er war Maschinenbautechniker, entschloss sich aber mit 23 Jahren, das Aufbaugymnasium in Unterwaltersdorf bei Wien zu besuchen und Salesianer zu werden. In Graz arbeitete er in einem Lehrlingsheim, unterrichtete Religion, wurde Diakon und 2002 Priester.

Seit 2013 ist P. Helmut Rodosek Pfarrer in Graz-Hl. Johannes Bosco. Auf einem großen Blatt Papier zeigt er das „Organigramm“ der Pfarre mit unzähligen Gruppen. „Ein bisschen ‚Manager‘ lässt sich nicht vermeiden“, erwägt der Seelsorger. 208 ehrenamtliche Mitarbeiter erhalten das rege Pfarrleben aufrecht. Den Pfarrball mit dem Motto „Il ballo di Don Bosco“ haben 20 junge Familien drei Monate lang vorbereitet. Das Gesellige und Miteinander-Reden prägen die Pfarre, etwa beim Pfarrcafé jeden Sonntagvormittag.

Beim Pfarrfest jetzt am 1. Februar um 9.30 Uhr feiert die Gemeinde auch mit einem Giovanni, dem Kapfenberger Pfarrer Giovanni Prietl. Im letzten Jahr haben die Pfarrbewohner die Kirche ausgeräumt. Sie wurde innen renoviert und im Herbst wieder eröffnet. Diesem Jubiläumsgeschenk an die eigene Pfarre zu 80 Jahren Kirchweihe folgt eines an den vor 200 Jahren geborenen Johannes Bosco. Die Erneuerung seines Wohn- und Arbeitszimmers in Turin wollen die Grazer mitfinanzieren. An einem „Schein-Werfer-Sonntag“ verteilt der Pfarrer Kuverts, in die er bereits einen 5-Euro-Schein gelegt hat. Er vertraut auf die Großzügigkeit der Kirchgänger, die den Betrag verdoppeln oder mehr.

„Coraggio, Mut!“, rufe Don Bosco den Salesianern zu. Mit dessen Brille der „Offenheit, Herzlichkeit und Liebenswürdigkeit“, verspricht P. Helmut, wollen sie den Menschen begegnen. Im Jubiläumsjahr lockt auch ein Giovanni-Bosco-Musical in Hartberg im Juli.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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