Religionslehrer mit Esprit | Teil 07
In den Bergen ist gut leben und arbeiten

 

 

 

Wenn sie mit Schülern über Vorbilder ins Gespräch kommt, erzählen sie oft von ihren Großeltern, die im Glauben verwurzelt sind und dadurch schwere Schicksalsschläge bewältigen konnten. „Daran lässt sich gut anknüpfen“, freut sich Birgit Lesjak-Ladstätter, die an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein unterrichtet. An der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt, wo Schüler aus ganz Österreich eine Ausbildung im Bereich Landwirtschaft machen, fühlt sie sich gerade deshalb zu Hause. „Ich liebe das Bodenständige“, erklärt sie.

Sie selbst hat ihren Weg zur Religionslehrerin über die Jugendgruppe ihrer Pfarre Fohnsdorf gefunden. „Dieses Erlebnis von Kirche hat mich geprägt. Für mich war das das Leben.“ Dort traf sie auf interessante Persönlichkeiten und Fragen. Jeden Freitag gab es eine Jugendmesse, es wurden Hochzeiten gesungen, aber man ging auch in die Disco. „So bin ich von Glauben und Spiritualität geprägt worden und wollte das Jugendlichen weitergeben.“

Birgit Lesjak entschied sich für ein Studium der Theologie und Germanistik, weil sie sicher war, mit zwei Fächern einen besseren Stand in der Schule zu haben, aber nicht nur deswegen. „Zentrale Fragen kann man über Literatur ganz anders vermitteln.“ Auch das erfuhr sie selbst schon in der Schule von ihrem Deutschlehrer.

In diesem Schuljahr kommt die Mutter zweier Töchter – Lisa ist sieben, Katharina gerade drei – aus der Karenz zurück und beginnt wieder mit zwei ersten Klassen, immerhin 72 Schüler. Sie sieht sich als „Netzwerkerin“. Eine Aufgabe, wie sie viele Religionslehrer erfüllen, weil das Miteinander weit über das Schulische hinausgeht. Verantwortlich für die Regionalfortbildung der Religionslehrer in der Obersteiermark, erarbeitet sie Vortragsserien, Seminare, Exerzitien, denkt in Frauenprojekten mit, in allem, was eben weiterführt. Von Religionslehrern kommen Impulse für die ganze Region. „Wir haben hier zwei sehr engagierte Dechanten, die uns sehr unterstützen“, berichtet sie. Ein Ergebnis sind Initiativen des dekanatlichen Bildungsteams im oberen Ennstal. Nach den ersten zehn Jahren des Unterrichtens in Graz ist Birgit Lesjak heimgekommen in die Welt der Berge und genießt die Lebensqualität.

Der Beruf fordert viel. „Du musst durch deine Persönlichkeit überzeugen, das macht es aber auch schön. Man kann es immer wieder anders angehen.“ Darf sich jedoch nicht überfordern. „Was man braucht, sind Rückzugsräume.“ Ihre sind begrenzt. Verständlich, wenn man mit bis zu 200 Jugendlichen in der Schule konfrontiert ist und mit ihren Mädchen zu Hause. In der Freizeit noch mit Jugendlichen arbeiten, das könnte sie nicht, das muss sie zugeben. „Ich arbeite gern mit Erwachsenen, denn das ist eigentlich entspannend. Sie geben mir viel zurück.“ Atem holen kann sie in einem Gebetskreis mit Religionslehrern. In Öblarn erlebt sie die Natur als stärkend. Bei langen Spaziergängen am fließenden Wasser oder wenn sie die Welt von oben sieht.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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