SportsGeist | Teil 04
Im Grenzbereich des Lebens

Was bewegt einen Menschen, 42 Kilometer zu laufen, einen Triathlon zu bestreiten oder an einem Gummiseil hängend kopfüber von einer Brücke zu springen? Warum suchen manche das Extreme, und was hoffen sie dabei zu finden? Der Mensch erlebt sich als begrenztes Wesen, bedingt durch seine Leiblichkeit und Geschöpflichkeit. Aber er spürt auch die Sehnsucht, sich diesen Grenzen zu nähern, sie auszuweiten und zu übersteigen, die Sehnsucht nach Unbegrenztheit und das Ausstrecken nach dem, was jenseits der Grenzen ist. Letztlich geht es darum, momenthaft mit dem Unendlichen in Kontakt zu kommen, von dem wir als Abbild Gottes eine Ahnung in uns tragen.

Wer an die Grenzen geht, lernt dabei sich selbst besser kennen und sein Verhältnis zu Gott. Er wird seine Möglichkeiten entdecken und sein Potenzial, das vielleicht weitaus größer ist, als er geglaubt hat, aber auch seine Kleinheit und Ausgesetztheit in einer überwältigenden Schöpfung erkennen. Erfahrungen in Extremsituationen geben Aufschluss, wie ich als Mensch funktioniere, welche Lebens- und Überlebenskräfte in mir stecken. Und sie lehren mich den Respekt vor meiner Endlichkeit. Um zu überleben, muss ich gewisse Grenzen akzeptieren, die in mir selbst oder in der Umgebung, in der ich mich bewege, un-überwindbar bleiben. Die Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner machte gerade wieder diese Erfahrung, als sie 500 Meter unter dem Gipfel des K2 umkehren musste.

Im Grenzbereich kommt es darauf an, mit Gefahren umzugehen und in unvorhergesehenen Situationen schnell und richtig zu reagieren. Der Sportler lernt, Verantwortung zu übernehmen für sich und für andere. Auch das Gottvertrauen kommt hier zum Tragen und zeigt, was im Letzten Halt gibt. Im Psalm 23 klingt dieses Vertrauen an, wo es heißt: „Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.“

Für Menschen, die mit Behinderungen leben müssen, die dadurch in besonderer Weise an Grenzen stoßen, führen diese oft auch zur Ausgrenzung aus gesellschaftlichen Vollzügen. Gerade hier bietet der Sport eine hervorragende Möglichkeit zur Integration und zur Überwindung von persönlichen und sozialen Grenzen. Er fördert den Lebensmut, den Glauben an sich selbst, und er verändert die öffentliche Wahrnehmung. Die DSG hat mit dem „Team Schmetterling“ und anderen Projekten damit zahlreiche gute Erfahrungen gemacht.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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