Frauenpower in der katholischen Kirche | Teil 06
Gemeinsam Gott loben und Kulturgüter erhalten

Alte Kirchen „wie unsere fast 1000 Jahre alte Stiftskirche des ehemaligen Benediktinerinnenstiftes Göss“ (Bild oben) liegen der ausgebildeten KWK-Kirchenführerin (KunstwerkKirche) sehr am Herzen. Schon als Mädchen spürte sie die besondere Atmosphäre dieser Räume. „Darum war mir die Restaurierung und Neugestaltung unserer Paramentenkammer ein großes Anliegen. Sämtliche wertvolle, unter anderem gotische und barocke Paramente sachgemäß aufzubewahren, ebenso alte Bücher, Bilder und Statuen.“ Ihr Engagement zeigt die 65-jährige Ingrid Hess in unterschiedlichen Bereichen des Pfarrlebens, aber Kunst und Kultur („Kunst und Schönheit“) nehmen einen wesentlichen Teil davon ein. Ebenso wichtig die Liturgie, die Feste im Jahreskreis mitzugestalten und die Gemeinsamkeit, die sie hier erfahren darf.

Als es noch täglich eine Abendmesse in Göss gab, war es ihr von großer Bedeutung, den Tag in der gemeinsamen Messfeier zu beschließen. Ein Sonntag ohne Gottesdienst ist für sie beinahe unvorstellbar – ihn vorzubereiten und mitgestalten zu dürfen liegt ihr besonders am Herzen. „Als ich 1997 das erste Mal die Christmette in Göss mitfeierte, war für mich klar, hier bin ich zu Hause, hier möchte ich mich engagieren, obwohl wir damals noch nicht hier wohnten.“ Also fuhr sie täglich zur Messe und beteiligte sich immer öfter auch an anderen Aktivitäten. „Als unsere beiden Sonn- und Wochentagsmesner altersbedingt Hilfe brauchten oder in den Ruhestand traten, sprang ich sofort ein und gründete dann auch eine Mesnergemeinschaft – leider nur aus Frauen bestehend.“ Was nicht abwertend gemeint ist. „Frauenpower – Frauen in der Kirche, was wäre die Kirche ohne sie“, erklärt Ingrid Hess durchaus selbstbewusst. Sie wurde eine von vier Sonntagsmesnerinnen und weiteren vier Wochentagsmesnern – „mittlerweile befindet sich zu unserer Freude mit Klaus Rieger auch ein Mann darunter“.

Nun schon zum dritten Mal im Pfarrgemeinderat Göss, arbeitet Ingrid Hess seit vielen Jahren in vielen Bereichen wie Liturgiekreis, Sozialkreis und Arbeitskreis Weltkirche mit. „Für den Stand am Gösser Kirtag, bei dem wir einen kleinen Betrag Geld für unsere sechs Projekte auf der ganzen Welt erbitten, bin ich das ganze Jahr über am Sammeln von Geschenken.“ Gern übernimmt sie auch Stiftsführungen und singt in der Schola bei den Gottesdiensten und im Gösser Singkreis, „mit dem wir ebenfalls einige Gottesdienste im Jahr musikalisch gestalten“.

Nach der Pensionierung zog die Familie nach Göss, „und so habe ich nun noch mehr Zeit für meine Herzensangelegenheit Pfarre Göss, besonders in der Gemeinschaft vieler fleißiger Mitarbeiter rund um das Pfarrleben und die Feste im Jahreskreis“. Was die aktuelle Situation von Frauen in der Kirche betrifft, kann sie sich natürlich wie die meisten Frauen einige Veränderungen vorstellen, aber die Freude an der Kirche überwiegt. Summa summarum: „Solange ich es gern mache, ist das für mich okay, und wenn ich etwas mache, dann immer hundertprozentig.“

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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