Bleibet hier und wachet mit mir | Teil 02
Geheimnis des Glaubens: Im Tod ist das Leben

Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag bilden zusammen das „Triduum Sacrum“, die Drei Heiligen Österlichen Tage. Wir feiern das „Geheimnis unseres Glaubens“, den Kreuzestod, die Grabesruhe und die Auferstehung unseres Herrn.

Der Karfreitag

Der Karfreitag ist kein öffentlicher Feiertag, er ist für die meisten Menschen Werktag, Alltag oder Ferientag. Stirbt Jesus unbemerkt oder unbeachtet, wie so viele Opfer unserer gewaltbereiten Welt, aber auch immer mehr Zurückgezogene in ihren Wohnungen?

Auch außerhalb der Liturgie können wir am Karfreitag am Sterben des Erlösers Anteil nehmen: indem wir fasten und indem wir um 15 Uhr, zur Todesstunde Jesu, eine stille Gedenkminute halten. Die Glocken sind verstummt, die Ratschen sind an ihre Stelle getreten. Die Kirche feiert am Karfreitag und am Karsamstag keine Messe. Und doch versammelt sie sich zu einer intensiven gottesdienstlichen Feier, entweder am Nachmittag zur Todesstunde Jesu oder am Abend.

Mit einer stillen Gedenkminute beginnt der Karfreitagsgottesdienst. Priester und Diakone strecken sich wie an ihrem Weihetag flach am Boden aus, die anderen knien.

Der Karfreitagsgottesdienst besteht aus einer Wortfeier, einer Kreuzfeier und einer Kommunionfeier. Die Lesungen stellen uns den „leidenden Gottesknecht“ und den bis zum Tod am Kreuz den Willen des Vaters erfüllenden Jesus vor Augen. Die Leidensgeschichte wird aus dem Johannes-Evangelium genommen; sie schildert die Kreuzigung wie die Inthronisation des wahren Königs der Welt. In besonderen Fürbitten übt die Kirche ihren Dienst der Solidarität mit der Welt aus, auch mit den Leidenden und Verfolgten, in denen uns der Gekreuzigte begegnet.

Im zweiten Teil wird das Kreuz enthüllt als „Denkmal seiner Leiden“. Alle kommen nach vor und verehren das Kreuz durch eine Kniebeuge, mit Gesängen und mancherorts mit Blumen. Wir schauen auf zum Gekreuzigten: zu seinen Verwundungen, zu seinem offenen Herzen und zu seinen ausgebreiteten Armen, die Gottes Liebe zu uns zeigen.

Den Leib des Gekreuzigten können wir in einer schlichten Kommunionfeier empfangen. Es würde aber auch Sinn machen, an diesem Tag eucharistisch zu fasten und bewusst keine Kommunion zu spenden.

Der Karsamstag

Der „Tag der Grabesruhe“ wird oft irgendwie übergangen. Ostervorbereitung ist schon angesagt, Feuer und Speisen werden gesegnet. In manchen Kirchen gibt es aber ein „heiliges Grab“, an dem wir beten können.

Für Menschen, die Leid tragen oder einen lieben Mitmenschen verloren haben, ist „Karsamstag“ eine bittere Wirklichkeit: verlassen, einsam, gescheitert, ohne Hoffnung. Und auch von Gott verlassen empfinden sich viele in solchen Situationen. Es wäre wünschenswert, wenn deshalb auch im Beten und Gedenken die Stille des Karsamstags nicht allzu schnell einer österlichen oder sonstigen Betriebsamkeit weicht.

Herbert Meßner

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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