Mensch/Priester - Pfarrer Toni Herk-Pickl
Gegenfrage: Kann man mit Frau glücklich leben?

Wie einst Abraham kann Pfarrer Toni Herk-Pickl (hier bei der Taufe seines Neffen Elias) „ein Segen sein“.
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Sein liebster Platz? Auf die Frauenalpe hoch über Murau sei er vor ein paar Tagen mit den Tourenskiern gestiegen, erzählt Toni Herk-Pickl, Pfarrer von Murau und Frojach. Dort könne er gut abschalten, finde Ruhe und habe einen herrlichen Ausblick bis zu den Hohen Tauern und im Süden nach Slowenien. Alles sei „rundum schön“.

Als Priester brauche er „Kraftplätze und Kraftzeiten“. Nicht mit dem Alltag beschäftige er sich da, sondern „mit mir selber und mit Gott“. Welches Bild ihm zu „Gott“ spontan einfällt? Toni Herk-Pickl: „Begleiter meines Lebens. Er geht alle Wege mit, die engen, die steilen, die mühsamen und die einfachen, die traurigen und die schönen.“ Wo es notwendig sei, strecke Gott die Hand aus und sage: „Halte dich an!“

Der begeisterte Bergsteiger vergleicht den Lebensweg mit einer Bergtour: „Unterwegs in den Bergen gibt es Stellen, die man gut zu Fuß bewältigen kann, und andere, wo man die Hände braucht und sich anhalten muss.“ Und oft sei es notwendig zu wissen: „Da geht einer vor dir her mit einem Seil. Du bist fest verbunden, es kann dir nichts zustoßen.“

Das „Erdige“ und Naturverbundene mag der Pfarrer. Daheim auf dem elterlichen Bauernhof in Kraubath, den jetzt sein Bruder führt, packt er gerne mit an. Von klein auf bekam er auch die Verwurzelung im Glauben mit. So teilte der Zehnjährige seiner Mutter mit: „Ich möchte Pfarrer werden“, und sie freute sich. Toni kam als Kind ins Bischöfliche Seminar nach Graz. Er entschloss sich zum Priesterwerden, auch wenn es dafür keine Visionen oder Träume „und auch keinen Blitz“ gab.

Seine Kaplanszeit in Fohnsdorf und Allerheiligen bei Pöls war neben der Jugendarbeit geprägt durch die schwere Krankheit und das Sterben des beliebten Pfarrers Josef Haas. Der Seelsorger lernte, dass man nicht „diese billigen Sätze“ sagen könne wie: „Es wird schon wieder gut werden.“

Traurige Begräbnisse seien das Herausforderndste in seiner Arbeit, gesteht Mag. Anton Herk-Pickl, seit 2002 Pfarrer in Murau. Zugleich gehören sie zu den schönsten Momenten. Erst jetzt habe er wieder „ein Putzerl zu Grabe getragen“, das eine Woche vor dem Geburtstermin gestorben sei. Doch er habe mit der Familie einen guten Weg gefunden, das zu verarbeiten. Aus den Rückmeldungen der Großeltern habe er gespürt: „Es ist schön, dass du als Priester gebraucht wirst.“

Nicht erwartet habe er, schildert Toni Herk-Pickl, dass er als Pfarrer auch „Feuerwehr spielen“ müsse, wenn Spannungen zwischen Mitarbeitern oder pfarrlichen Gruppen einen Vermittler brauchen. Er sehe, „auch der innere Kern braucht Seelsorge“. 

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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