Religionslehrer mit Esprit | Teil 08
Einmal Leibnitz, immer Leibnitz

 

Seit 35 Jahren unterrichtet Gottfried Hüttl am BG/BRG Leibnitz und ist trotzdem nicht „pensionsgierig“. Er selbst ist auch schon in diese Schule gegangen und hat mittlerweile drei Mal achte Klassen zur Matura geführt. Momentan ist er wieder Klassenvorstand einer 7. Klasse. „Eigentlich hab ich als Klassenvorstand drei Generationen von Schülern großgezogen, was beinahe leichter geht, wenn man Religion unterrichtet, als wenn man ein anderes Fach lehrt“, erklärt der 56-Jährige.

Spirituell aufgewachsen ist er in Leibnitz in der Kapuzinerkirche, die nach wie vor sein Umfeld ist. „Es war mir klar, dass ich in diesem Milieu bleibe. Ich bin einfach so hineingewachsen.“ Es hat sich alles so ergeben. „Auf einmal ist das mein Beruf geworden.“ Heute ist er neben der Arbeit in der Schule auch noch als pastoraler Mitarbeiter tätig. „Für mich ist es Stütze und Beheimatung.“ Seine einzelnen Aufgabenbereiche ergeben sich aus den Kirchenjahreszeiten: Da gibt es im ganzen Jahr genug zu tun: Firmung, Weihnachten, die Einteilung der Lektoren, das Pfarrblatt, die interne Öffentlichkeitsarbeit für die Schaukästen. „Schließlich ist Leibnitz die zweitgrößte Pfarre der Steiermark.“ Auch die Sternsingeraktion kommt dazu.

Damit diese anstrengende Arbeit nicht zu viel wird, muss man ganz strikt darauf achten, dass eine tägliche Auszeit gewährleistet wird. „Am frühen Nachmittag zwischen Schule und Pfarre schaffe ich mir zu Hause meine Insel der Ruhe, die gehört dann nur mir.“ Gottfried Hüttl liest dann viel, aber nicht „berufsorientiert, sondern eher Leichtes“, wie er meint, etwa Reiseberichte. Als letztes war einer über den Südpazifik an der Reihe. Auch Literarisches kommt dazu, Erzählungen von Leo Tolstoj oder Sachbücher: „Ein Rabbi spricht mit Jesus.“ Wenn Zeit bleibt, arbeitet er in seinem Garten.

Fragen, die in der Schule auftauchen, gehen bei Hüttl nicht so sehr in existenzielle Richtungen, „eher kommen Strukturfragen“, wie etwa: Was ist die Kirche überhaupt? Er erlebt im Unterricht, dass die Jugendlichen eine Beheimatung suchen. Daher sieht er es als Aufgabe an, eine Verankerung von jungen Menschen im kirchlichen Umfeld zu erreichen. Im BG/BRG gibt es auf 1200 Schüler nur sieben Abmeldungen vom Religionsunterricht. „Ich gestalte mit meinen Schülern etwa ein Religionsheft. Von der ersten Klasse bis zur achten, und da gehen sie auch gut mit. Ich sage ihnen, das ist ein Teil eurer Lebensgeschichte, und manche erzählen mir dann, dass sie dieses Heft immer noch haben.“ Religion sieht Gottfried Hüttl natürlich auch als Fach, wo man etwas lernen kann. „Ich mache mit meinen Schülern auch recht viel Stoff.“

Daneben hat er auch „Zuckerln“ für seine Schüler im Programm, wenn etwas gemeinschaftlich unternommen wird. Reisen ist ein Hobby von Gottfried Hüttl, und er war schon 43-mal in Rom. Im BG/BRG begleitet er die 6. Klassen, die Projektwoche machen. Besonders ist bei den Schülern Rom beliebt. „Die meisten melden sich ohnedies für Rom.“

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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