Wem schreibt Paulus seine Briefe? | Teil 02
Eine boomende Stadt im Sportfieber

Der Apollontempel in Korinth vor dem Burgberg Akro­korinth.
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Knapp nach der Fußball-EM in unserem Land können wir es gut nachvollziehen, was sich alles tut, wenn man eine große Sportveranstaltung ausrichtet. So hat es auch Paulus erlebt. Als er in Korinth ankam, liefen gerade die Vorbereitungen zu den Isthmischen Spielen zu Ehren des Meeresgottes Poseidon. Sie waren nach Olympia das zweitgrößte Sportfest, ganz Griechenland war auf den Beinen. Für die vielen Gäste wurde eine Zeltstadt errichtet und jede helfende Hand dringend benötigt. Hier war Paulus, von Beruf Zeltmacher, sehr gefragt.

Das christliche Ehepaar Priska und Aquila, das sich nach der Vertreibung der Juden aus Rom unter Claudius in Korinth niedergelassen hatte und hier eine Werkstatt betrieb, stellte Paulus ein. Es entwickelt sich eine freundschaftliche Beziehung. Von Athen aus, wo er eine herbe Abfuhr erlebt hatte, kam Paulus nach Korinth. Die beiden Städte standen in Rivalität zueinander. Korinth hatte der Stadt der Philosophen wirtschaftlich und politisch längst den Rang abgelaufen. Seit der Neugründung durch Cäsar präsentierte es sich als typisch römische Stadt.

Über die Landenge kommend, sah Paulus von weitem den Burgberg Akrokorinth hoch über die Stadt aufragen. In dem dort befindlichen Aphroditetempel, der Göttin der Liebe und der Leidenschaft geweiht, blühte die Tempelprostitution. In der Stadt darunter regierte der blanke Kapitalismus der neureichen Kaufleute. Im Töpferviertel wurden die berühmten korinthischen Vasen gefertigt, auch die Bronzegießer, wollene Teppiche und Bildhauer waren weithin bekannt.

Das sollte reichen, um hier ein schwieriges Pflaster für die christliche Botschaft zu vermuten. Aber gerade Korinth wurde für Paulus zu „seiner Stadt“, nirgends sonst war er so erfolgreich. Er griff Aktuelles auf und setzte es mit dem Glauben in Beziehung. Dem verwelkenden Siegeskranz der Athleten stellte er den unvergänglichen gegenüber, für den zu laufen sich noch viel mehr lohnt. Die Einheit der Glieder am einen Leib Christi, Unzucht und christliche Ehe, der Umgang mit Götzenopferfleisch sind seine Themen – und natürlich der einzigartige Lobpreis über die Liebe.

Der Apollontempel in Korinth vor dem Burgberg Akro­korinth.
Der Kanal von 
Korinth verbindet heute Adria und Ägäis. In der Antike rollte man Schiffe über den Diolkos auf Walzen und Wagen wie auf Schienen über die Landenge von einem Ufer zum andern.
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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