Wie gehts Tier? | Teil 07
Ein Verein für kleinere und größere Wildtiere in Not

Als Monika Grossmann 1999 beim Rasenmähen eine kleine Fledermaus findet, mit nach Hause nimmt und aufpäppelt, hätte sie sich wohl nicht gedacht, dass sie 20 Jahre später langjährige Obfrau eines Vereines für heimische Wildtiere in Not sein würde.

Anfangs musste ihre eigene Wohnung als Kinderstube für Fledermäuse, Eichkätzchen und später auch Feldhasenbabys herhalten. Bald wurden auch Tierrettung, Tierheime und sogar die Feuerwehr auf ihr Engagement aufmerksam. „Mir war damals nicht bewusst, dass es für heimische Wildtiere keine Einrichtung gibt, die sich zuständig fühlt“, erinnert sich Grossmann heute. Das nötige Know-How über Pflege und Aufzucht suchte sie sich von unterschiedlichen Stellen zusammen. „Das war learning by doing. Viel herumfragen, telefonieren und lesen“, erzählt sie, „aber das meiste lernte ich mit der Zeit durch eigene Erfahrungen.“

Nachdem immer mehr Tiere bei ihr abgegeben wurden, machte sich Monika Grossmann auf die Suche nach einem passenden Gebäude und gründete schließlich den heutigen Verein. Inzwischen kümmert sich ein 23-köpfiges Team rund um die Uhr um die tierischen Schützlinge. 2017 wurden über 5000 Tiere aufgenommen und betreut. Die Finanzierung des Vereins basiert zu einem Viertel auf Förderungen vom Land Steiermark und zu drei Viertel auf Sponsoren- und Spendengeldern sowie Erlösen von Veranstaltungen. Auch Sachspenden wie Nüsse, alte Bettwäsche oder Handtücher sind immer herzlich willkommen.

Das Ziel des Vereins ist es, alle betreuten Tiere irgendwann wieder in die Freiheit entlassen zu können. Bei den meisten Tieren klappt das auch. In enger Zusammenarbeit mit Jägerschaft, Artenschutzbeauftragten und verschiedenen Tierschutzorganisationen werden passende Plätze für die jeweiligen Tierarten ausgewählt. „Durch das Auswildern unserer gesunden und geimpften Tiere können in bestimmten Gegenden zum Beispiel schwindende Tierbestände ausgeglichen werden“, erklärt die Vereinsobfrau. Aber auch für Menschen hält der Verein für kleine Wildtiere in großer Not Chancen bereit: Es gibt Praktikumsplätze und auch die Möglichkeit, eine Lehre zur Tierpflegerin oder zum Tierpfleger zu absolvieren.

Besuch ist im momentanen Vereinshaus in der Hilmteichstraße in Graz immer gern gesehen. „Derzeit müssen wir leider alle BesucherInnen über unser Gelände führen, da wir darauf achten, dass die Tiere, die ausgewildert werden sollen, möglichst wenig Kontakt mit Menschen haben.“ Weil es aber auch ein paar Tiere gibt, die auf Grund ihrer körperlichen Konstitution oder ihrer Lebensgeschichte nicht mehr ausgewildert werden können, plant Monika Grossmann für den zukünftigen Standort einen Zoobereich: „Aber das Hauptziel des Vereins wird immer Aufzucht, Pflege und anschließende Auswilderung bleiben.“

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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