Jahr der Bibel
Bibel & Jesus - Jesus in den Worten anderer


Jesus – wer ist das?

In den Erzählungen der Bibel wird deutlich, dass bei weitem nicht immer Klarheit herrscht, wer denn dieser Jesus von Nazaret eigentlich sei. Nicht einmal seinen Jüngerinnen und Jüngern schien das immer klar zu sein. Das bringt eine Fülle von Zuschreibungen und Spekulationen mit sich. Ist er denn ein Prophet? Oder gar ein Gotteslästerer? Vielleich doch ein König? Oder nur ein einfacher Zimmermann?

» Für wen halten die Menschen Jesus?
Wenn man die Bibel aufmerksam liest, wird einem immer mehr gewahr: Die vielen Meinungen über Jesus kommen nicht aus dem Nichts. Jesus scheint von allem etwas zu sein: für manche verrückt, für andere weise und geistvoll, für wieder andere göttlich und gesendet. Um diese Vielfalt der biblischen Überlieferung sichtbar zu machen, sind in der Mitte dieser Doppelseite verschiedenste Bezeichnungen, Titel, Anreden und Zuschreibungen gesammelt, mit denen Menschen im Neuen Testament Jesus beschreiben und ansprechen. Manche kommen wortwörtlich so in der Bibel vor, einige fassen Aussagen von biblischen Figuren im übertragenen Sinn zusammen. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer oder wie Jesus von sich selbst gesprochen hat, steht auf einem anderen Blatt (und nicht in diesem Sonntagsblatt).

» Was wissen wir von Jesus?

Jesus ist die griechische Form des hebräischen Eigennamens Jeshua/Joshua. Der Name beinhaltet den Gottesnamen und heißt übersetzt Gott hilft/rettet. Der Name „Jesus“ kommt über 900 Mal im Neuen Testament vor und ist das zweithäufigste Nomen nach dem Wort „Gott“.
Der Beiname Nazarener oder von Nazaret bezeichnet den Herkunftsort Jesu. Diese Herkunftsbezeichnung steht nur in den Evangelien und in der Apostelgeschichte, fehlt aber in den biblischen Briefen.
Der häufigste Beiname und Hoheitstitel Jesu ist Christus. Das Nomen Christus kommt vom griechischen Verb „chrío“, das heißt „einreiben“, „bestreichen“ und „salben“, dementsprechend wird Christus mit „gesalbt“ übersetzt.
Die Evangelien dokumentieren verschiedene Anreden Jesu. Die Menschen nennen ihn „Herr“ und sehr oft auch „Meister“ im Sinne von „Lehrer“, da Jesus in Synagogen und an anderen Orten die Menschen lehrt. Er wird auch mit „Rabbi“ angesprochen, auch wenn er kein Rabbiner war, wie wir ihn heute kennen.
Die schulische Bildung Jesu ist in der Forschung umstritten. Meist wird angenommen, dass Jesus keine höhere Ausbildung erhalten hat, doch wird er als Lesender, Schreibender und Lehrender erinnert.

Meine Lieblings-BIBELSTELLE
„Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“
Diese Worte vor dem Kommunionempfang haben mich als Kind sehr beschäftigt. Unter „eingehen“ verstand ich damals „sterben“, so wie in meinem Kinderzimmer ein Kaktus nach dem anderen „eingegangen“ ist, wenn die selbst verursachte Trockenzeit mehrere Monate andauerte. Trotzdem wartete ich in der Kirche jedes Mal gespannt auf diese Worte, denn das Gemurmel der Gemeinschaft verlieh ihnen einen magischen Klang und stimmte mich zuversichtlich. Am Ende wird die Seele gesund. Ende gut, alles gut!
Dass ich damals, ohne die Geschichte vom Hauptmann von Kafarnaum zu kennen und trotz Missverständnis zu dieser Erkenntnis gekommen bin, stimmt mich heute als Religionslehrerin zuversichtlich. Die Worte der Bibel erreichen die Kinder und Jugendlichen, vielleicht auf ungewöhnliche Art und Weise.
So wie der heidnische Hauptmann, der sich an Jesus wendet. Bei der Erzählung im Lukasevangelium kommt es zu keiner persönlichen Begegnung. Der Hauptmann vertraut Jesus, schickt Freunde und lässt durch diese ausrichten: „Herr, bemüh dich nicht! Denn ich bin es nicht wert, dass du unter mein Dach einkehrst. Deshalb habe ich mich selbst auch nicht für würdig gehalten, zu dir zu kommen. Aber sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund.“
Beim Lesen dieses – mit gegenseitiger Wertschätzung „aufgeladenen“ – Dialogs läuft mir ein „wohliger Schauer“ über den Rücken, denn: Damals wie heute genügt oft ein Wort, um Leib und Seele zu heilen. Und: Am Ende wird alles gut!

Astrid Wagner, BEd MA
Religionslehrerin im Gymnasium der Ursulinen Graz

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen