SportsGeist | Teil 02
Beim Sport wächst der ganze Mensch

Auch wenn die Fußball-Weltmeisterschaft am Kap der guten Hoffnung nicht mit einem afrikanischen Sieg geendet hat, gehört Afrika zweifellos zu den Gewinnern bei dieser Veranstaltung. Die ganze Welt hat hingeschaut auf den sonst so vergessenen Kontinent und hat neben Fußballspielen und ohrenbetäubenden Vuvuzelas auch manch einen Einblick in das wirkliche Afrika bekommen, das geprägt ist von Armut und Kriminalität, aber auch von Kraft, Lebensfreude und Jugend.

Kindern und Jugendlichen kann gerade der Sport Wege aus dem Elend aufzeigen und ihnen helfen, Strategien zu entwickeln, wie sie das Leben meistern können. Mit zahllosen innovativen und integrativen Projekten ist auch die Kirche in vielen Ländern Afrikas und Lateinamerikas engagiert – vor allem in der Schul- und Jugendarbeit. Der Fußball spielt dabei häufig eine zentrale Rolle.

Aber auch in unseren Breiten ist Sport ein integrativer Bestandteil im Leben von vielen Kindern und Jugendlichen. Sich selbst sportlich zu betätigen – ob allein oder in der Gemeinschaft eines Vereins, ob nur um der Bewegung willen oder im Wettkampf mit anderen – gehört dazu ebenso wie das Interesse für den Spitzensport mit seinen Idolen und Champions. Beides kann jungen Menschen helfen, sich in ihrer Persönlichkeit weiterzuentwickeln, sich in einer Lebensphase, in der das Finden der eigenen Identität einen wichtigen Platz einnimmt, selbst besser kennen zu lernen mit seinen Fähigkeiten und auch mit seinen Grenzen, sich formen zu lassen durch das Training und die konstruktive Kritik von Gleichgesinnten und Trainern. Ein guter „Coach“ hat nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch menschlich ethische Vorbildwirkung. Junge Menschen suchen nach Vorbildern, müssen aber auch lernen, ihnen den richtigen Stellenwert zu geben.

Und die Idole müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein. Im heute immer exzessiver ausgelebten Starkult liegt die Gefahr der Flucht in Scheinwelten, die vom wirklichen Leben abgehoben sind. Da wird der Sport schnell zur Ersatzreligion und der Spitzensportler zum Übermenschen oder Halbgott mit entsprechendem Verehrungskult.

Die Kirche anerkennt die hohe Bedeutung des Sports für die Entwicklung der Person. Im kirchlichen Leben – besonders in der Jugendarbeit – soll daher der Sport einen festen Platz haben. So sagte Papst Benedikt XVI. im Vorjahr beim Kongress „Sport, Erziehung und Glaube“ in Rom: „Mit sportlichen Aktivitäten bietet die Kirche einen passenden Raum für menschliches und spirituelles Wachstum.“ Und Kardinal Stanisław Ryłko, Vorsitzender des Päpstlichen Rates für die Laien, fügte hinzu: „Sport ist ein Kulturgut der Menschheit, das ethische und moralische Werte einschließt, zur Balance von Seele und Körper führt und die Gleichheit aller Menschen unabhängig von Hautfarbe und Herkunft verwirklicht.“ Durch den Sport kann der ganze Mensch wachsen.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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