Offen gesagt - Prim. Dr. Elisabeth Roth
Unser Kampf mit Covid

Aus dem Tagebuch der Elisabethinen:

Frühjahr 2020: SARS COV2-COVID. Wir standen da, vermummt, vorausahnend, die bisher größte Schlacht unseres Lebens kämpfen zu müssen. Im Militärzelt wurde triagiert: infektiös, nicht infektiös, akut, nicht akut. Die COVID-Patienten kamen scharenweise, wie gestrandete Fische nach Luft schnappend. Ohne Pause wurde dem Feind der Kampf angesagt. Doch wir scheiterten, die meisten, vor allem auf der Intensivstation, starben, egal was wir alles taten.

Jänner 2021: Nach sich endlos anfühlendem Warten kam das verheißende Lebenselixier: die Impfung. Das Gefühl, eine Option zu haben, das Sterben zu minimieren, war unbeschreiblich. Wir dachten, so können wir alle retten. Jeder lässt sich gegen FSME oder Erkrankungen in exotischen Ländern impfen. Der Sommer brachte Zeit zum Durchatmen. Die Bilder aber von jedem einzelnen COVID-Verstorbenen blieben in unserem Gedächtnis.

November 2021: Der atemraubende Tod nimmt wieder Überhand. Für uns unvorstellbar, dass sich Menschen nicht impfen lassen, ein unnötiges Sterben in Kauf nehmen, weil sie Falsches hören und glauben. Die meisten COVID-Patienten sind ungeimpft. Der Gedanke „Die müssten hier nicht liegen, andere bräuchten die Betten so dringend“ drängt sich immer wieder auf, allzu menschlich und medizinisch nachvollziehbar. Wir brauchen keine x-te Version eines Stufenplans. Wir brauchen eine Vorgabe, um die Pandemie zur Endemie zu machen.
Aus einer Ansprache beim Pandemiegedenken am 2. November im Grazer Landhaushof.

Prim. Dr. Elisabeth Roth
ist Vorständin der Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Schmerztherapie am Krankenhaus der Elisabethinen Graz.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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