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Schi fahren oder nicht Schi fahren

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Durch Einschränkungen des öffentlichen Lebens soll das Corona-Virus eingedämmt werden. Daher fallen viele Möglichkeiten, die Freizeit zu gestalten, derzeit weg. Schi fahren ist in ganz Österreich mit Sicherheitsvorkehrungen möglich. Die Meinungen dazu gehen auseinander.

Pistengaudi trotz Corona?
Österreich ist (wieder einmal) im Lockdown. Vieles hat verordneterweise geschlossen. Doch die Zahlen sinken nicht deutlich genug. Durchhalteparolen der Regierung klingen uns in den Ohren. Die heurige Wintersaison ist für Schihütten und Beherbergungsbetriebe gelaufen. Man hofft auf bessere Zeiten. Die Schilifte dürfen seit Weihnachten offen haben. Mit Sicherheitsauflagen. Es gelten wie überall: Abstand, Maske, Desinfektion. Beim Schifahren scheiden sich die Geister. Ist es verantwortungslos, in Zeiten wie diesen über die Pisten zu wedeln? Oder unterstützt man damit auch heimische Betriebe? Wie immer: Alles hat ein Für und Wider.

»Ich hatte nie das Gefühl, in Gefahr zu sein, mich anzustecken«

Gerd Neuhold 

ist Fotograf und Freizeit-Schifahrer.

Da heuer aus unserer traditionellen Schiwoche in den Weihnachtsferien coronabedingt nichts werden konnte, entschieden meine Tochter und ich, zumindest einen Tag Schi fahren zu gehen. Organisatorisch lief alles wunderbar: Das Online-Karten-Kaufen funktioniert reibungslos. Beim Lift angekommen, teilt ein Ordner die Schifahrer ein und achtet auf den Abstand. Hier in Mariazell ist von Gedränge zum Glück keine Spur.
Wir tragen die Masken, die wir mit der Karte bekommen ha-ben. Eigentlich sind es schicke Schlauchschals, die man angesichts des Schneefalls gern hoch über das Gesicht zieht. Da meine Brille unter der Schibrille anläuft, entschließe ich mich, ohne eine solche zu fahren, und gehe den Schitag bewusster als sonst ruhig an.

Abwarten und Tee trinken
Es ist paradox: Manche Pisten sind um diese Zeit wegen Schneemangels nicht offen, aber heuer ist die Schneelage sehr gut. Da inzwischen Schneefall eingesetzt hat, ist wenig los, beim Lift kommt es kaum zu Wartezeiten. Ich denke, ich bin schon lange nicht mehr so viel Schi gefahren wie an diesem Tag. Als uns der Hunger packt, setzen wir uns mit einer Jause auf unsere Rodel. Wie früher. Rundherum sieht man Menschen im Schnee sitzen, essen und Tee trinken. Abwarten und Tee trinken ist ja ein Motto in der Corona-Zeit.
Nach dem Schitag geht es noch für einen Abstecher in die Basilika Mariazell. Die Gastronomie hat zu, aber die Kirchen sind immer offen. Wir danken für diesen schönen Tag. Ich hatte nie das Gefühl, einem Menschen zu nahe gekommen oder in Gefahr zu sein, mich anzustecken. Die frische Luft und das Rauskommen aus dem Alltag taten gut.

»Wir haben uns bewusst entschieden, nicht Schi fahren zu gehen«

Doris und Franz Kellnhofer

sind Fachwarte für den Bereich Alpin bei der Diözesansportgemeinschaft Steiermark.

Meine Frau Doris und ich haben schon in Kindertagen mit dem Schifahren begonnen und betreiben es sehr passioniert. Doris ist auch staatlich geprüfte Skiinstruktorin. Wir sind normalerweise drei bis vier Wochen im Jahr Schifahren. Das heißt, wir leiten Schikurse für alle Altersgruppen und begleiten Schi-Exkursionen der Diözesansportgemeinschaft Steiermark (DSG).
Ein besonderes Anliegen ist uns die Sicherheit – auf der Piste und beim Schitouren-Gehen. Dazu veranstalten wir über die DSG regelmäßig Wochenenden mit theoretischen Impulsen und praktischen Übungen zur richtigen Ausrüstung, der Einschätzung von Lawinengefahr etc. Diesen Winter führen wir coronabedingt keine Veranstaltungen durch.

Zu Hause Sport betreiben
Doris und ich würden gerne Schi fahren gehen, aber wir haben angesichts der hohen Infektionszahlen und des inzwischen verlängerten dritten Lockdwons entschieden, uns selbst treu zu bleiben, denn Sicherheit hat für uns immer oberste Priorität. Außerdem ist das Schifahren ein Sport, bei dem man sich auch schwer verletzen kann und damit die schon mit Herausforderungen kämpfenden Krankenhäuser zusätzlich belasten würde.
Schulen dürfen keinen Regelunterricht anbieten, Kinder sollen daheim lernen, ihre Freunde nicht treffen, aber sich beim Lift mit 100 anderen Menschen anstellen dürften sie schon? Das passt für uns nicht zusammen. Daher haben wir entschieden, während des Lockdowns nicht Schi fahren zu gehen. Sport können wir auch zu Hause machen – laufen oder die Walkingstöcke schnappen und eine Runde gehen.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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