Positionen, Karl Veitschegger
Anstoß aus Dresden

Anstoß aus Dresden.
„Sie haben mir ihre Lebens- und Glaubensgeschichten erzählt. Das hat mich bewegt, weil ich gemerkt habe, welch ein Ringen da stattfindet. Sie wollen Christen sein und ihren Glauben auch in der Kirche leben. Und da will ich sie nicht allein lassen.“
Das sagt Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden) nach mehreren intensiven Begegnungen mit schwulen, lesbischen, bi- und transsexuellen Gläubigen in seiner Diözese. Er will die Seelsorge für die Lebenssituation dieser Gläubigen sensibilisieren und plädiert auch dafür, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen: „Man muss sich natürlich über die Form Gedanken machen. Aber grundsätzlich würde ich solch eine Öffnung begrüßen.“
Dieses Bemühen des Bischofs stößt bei manchen Kollegen und Kirchenmitgliedern allerdings auch auf Befremden und Widerstand. Denn die moraltheologische Tradition der Kirche hat Homosexualität verworfen, oft verteufelt, zumindest für krank erklärt.
Die Bibelstellen, auf die man sich dabei berufen hat, haben wenig mit dem zu tun, was wir heute „gleichgeschlechtliche Liebe“ nennen, sondern betreffen homosexuelle Vergewaltigung, blinde sexuelle Gier, Sex mit Abhängigen usw. Darauf hat schon vor vielen Jahren Kardinal Martini hingewiesen. Jesus selbst hat bekanntlich zu diesem Thema nichts gesagt.
Die katholische Kirche – so Timmerevers – wird sich auf Grund neuer Einsichten „neu positionieren“ müssen (wie sie es auch in anderen ethischen Fragen schon getan hat). Ich meine, der Bischof von Dresden verdient es, gehört zu werden.

Karl Veitschegger

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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