Ordensleben in der Steiermark - Teil 23
Zu denen, die 
vergessen werden

Treffen unter Brüdern. P. Toni Ganthaler, P. Friedrich Schobesberger (Burgenland), P. Bruno Heberle, P. Adrian Gegi, P. Josef Denkmayr (Provinzial der Steyler in Österreich), P. Stefan Üblackner (von links).

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  • Treffen unter Brüdern. P. Toni Ganthaler, P. Friedrich Schobesberger (Burgenland), P. Bruno Heberle, P. Adrian Gegi, P. Josef Denkmayr (Provinzial der Steyler in Österreich), P. Stefan Üblackner (von links).

  • Foto: Fotos: Steyler Missionare
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Sehr oft werden sie einfach als „SVD-ler“ bezeichnet. Eine Abkürzung des Ordensnamens. Die Steyler sehen ihren Dienst und ihre Sendung in der Mission der ganzen Kirche, so wie es im Johannesevangelium (20,21-22) dargestellt ist: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“, sagt der Auferstandene seinen Jüngern und spricht ihnen den Heiligen Geist zu. Dieser Geist Gottes erinnert seine Kirche immer wieder neu daran, wie Jesus seine Mission selbst verstand: „Der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist“(Lk 19,10). Als Einzelne und als Gemeinschaft versuchen sie das in ihrer Mission je nach Möglichkeiten und Gegebenheiten im jeweiligen konkreten Dienst zur Grundhaltung zu machen. Derzeit sind vier Steyler in der Steiermark. Der Pfarrverband Nestelbach-Laßnitzhöhe wird von P. Stefan Üblackner als Moderator der beiden Pfarren geleitet. Er ist auch Provisor von Nestelbach. P. Toni Ganthaler ist Provisor in Laßnitzhöhe. P. Adrian Gegi ist Kaplan im Pfarrverband Gleisdorf-Hartmannsdorf-Sinabelkirchen. P. Bruno Heberle aus Argentinien ist Seelsorger in Feldkirchen und auch in der Lateinamerikanischen Gemeinde in Graz tätig.

Die Steyler Missionare blicken in der Steiermark mit St. Severin von 1935 bis 1958 auf eine Geschichte zurück, wo sie für die Ausbildung von Burschen sehr viel geleistet haben. Monsignore Johann Leopold erinnert sich: „Als ich mich 1948 mit 18 Jahren für das Priesteramt entschied, hatte ich keinen Schulabschluss.“ In St. Severin konnte er mit seiner Schulbildung neu beginnen.

Stefan Üblackner, Distriktsoberer, stammt aus Waidhofen an der Ybbs. Begeistert hat ihn, „dass die Steyler Missionare weltweit und interkulturell orientiert waren“. Sein Missionseinsatz führte ihn für sechs Jahre nach Ecuador, wo er in zwei gänzlich unterschiedlichen Gebieten tätig war. Bei Indios auf 3000 Meter Höhe. Ein Problem: wenige Straßen. „Unterwegs ist man zu Fuß oder mit dem Pferd.“ Er betreute 25 Dörfer mit 6000 bis 7000 Menschen. Den größten Unterschied zu Europa: „Individualismus gibt es dort nicht. Das hat Vorteile und Nachteile: Die Familie ist die Sozialversicherung, kann aber auch zum Gefängnis werden.“ Den Zulauf zu den Kirchen dort sieht er differenziert. „Die Kirche ist die am wenigsten korrupte Institution.“

Das Ordensideal ins 21. Jahrhundert umgeschrieben: „Janssen war ein Kind seiner Zeit, was er gedacht hat, gilt aber auch heute und bedeutet: Jeder ist mitverantwortlich für die ganze Schöpfung, davon sollte das Denken nicht unberührt bleiben. Wir gehen zu denen, die vergessen werden, auf die niemand schaut.“ Das erlebte er auch in seinem zweiten Einsatzgebiet, einem Slum in Guayaquil. Zurück in Österreich, leitete er vier Jahre die Stadt Gottes, war Pfarrer in Kärnten und ist jetzt schon das fünfte Jahr in Nestelbach.

Ein steirischer Steyler ist Fr. Hubert Stuhlpfarrer (73) aus Pöls ob Judenburg. Gelernt hat er Gärtner. Der Entschluss fürs Ordensleben reifte langsam, bis er sich sagte: „Warum nicht?“ Zuerst begann er als Gärtner, hatte dann verschiedene Aufgaben. Unter anderem 27 Jahre lang das, „was wir Reisebruder nennen“. Besuchte dabei Pfarren und machte Werbung für die Stadt Gottes. Rückblickend sagt er: „Es war die richtige Entscheidung.“

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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