Steirische Missionare -
Wie’s auch kommt, Gott ist groß

Gemeinsam auf dem Weg mit den Armen Brasiliens war und ist die in Pischelsdorf geborene Missionarin Sr. Elfriede Prem (rechts). „Geht und macht zu meinen Jüngern alle Völker“, verkündet die Brasilianerin links (nach Mt 28,19) mit ihrem T-Shirt.
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  • Gemeinsam auf dem Weg mit den Armen Brasiliens war und ist die in Pischelsdorf geborene Missionarin Sr. Elfriede Prem (rechts). „Geht und macht zu meinen Jüngern alle Völker“, verkündet die Brasilianerin links (nach Mt 28,19) mit ihrem T-Shirt.
  • Foto: Foto: Zerche
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JOHANN A. BAUER

Mit zwei Mitschwestern lebe sie, schreibt die gebürtige Pischelsdorferin Sr. Elfriede Prem aus dem Bundesstaat Goiás mitten in Brasilien, in der Stadt São Luis de Montes Belos. Der heilige Aloisius von Gonzaga, gefeiert am 21. Juni, ist auch Patron der Diözese São Luís de Montes Belos. „Wir beten, frühstücken und gehen zur Arbeit“, schildert Sr. Elfriede. Sie helfe im Haus und im Garten mit, sie gehe „jeden Tag spazieren – Anordnung des Arztes nach meinen zwei Schlaganfällen“.

Was sie jauchzen lasse? Sr. Elfriede antwortete am Pfingstdienstag: „Zu erleben, dass oft kranke und alte Leute, aber auch jüngere so ein großes Gottvertrauen haben, dass sie trotz aller Not und Krankheit und Armut Gott danken für alles, wie es kommt. ‚Deus é grande – Gott ist groß –, ich vertraue auf ihn.‘ Das hört man oft, auch heute, als ich eine Familie besuchte: die alten Eltern krank, der Sohn ist Rechtsanwalt und hat alles aufgegeben, um bei seinen Eltern zu sein, sie zum Arzt zu bringen, manchmal auch zu kochen usw.“

Und was bedrückt sie? Sr. Elfriede Prem streift kurz die Politik: „Die Sorge um Millionen Familien in Brasilien, die an der Armutsgrenze stehen und in Zukunft, nach den letzten Wahlen, noch tiefer abrutschen werden. Und vor allem geht es um die alten Menschen. Viele bekommen nur eine kleine Rente, wovon mehr als die Hälfte für Medikamente ausgegeben wird.“

Früher habe sie viel mit der Jugend gearbeitet, berichtet die Schwester, die zuerst bei den Missionarinnen Christi war – nach der Ausbildung in Deutschland reiste sie bereits vor 53 Jahren nach Brasilien aus – und jetzt zu einer ganz jungen Gemeinschaft gehört, dem „Instituto Missionario Divino Espirito Santo“ (Missionsinstitut Göttlicher Heiliger Geist). Geboren (am 3. Juli 1940) und aufgewachsen ist die Missionarin in Pischelsdorf, mit 14 Jahren übersiedelte sie mit ihrer Familie nach Hartberg. Der Liturgiewissenschafter Prof. Philipp Harnoncourt war damals ihr Kaplan. In Hartberg unterstützt vor allem der Kreis „Hoffnung durch Liebe“ die Brasilienprojekte, die Sr. Elfriede vorschlägt.

Nach ihren Schlaganfällen sei die Arbeit mit den Jugendlichen nicht mehr möglich, berichtet die Schwester, die auch als Lehrerin angestellt war. „Mein Sprechen ist nicht mehr ganz gut geworden, und das Gedächtnis hat auch gelitten“, gesteht sie. Doch „jetzt mache ich halt, was ich kann, so weit es mir möglich ist“. Die Kranken und Alten haben Freude an ihren Besuchen. Einmal in der Woche bete sie mit einer Gruppe den Rosenkranz, jeweils in einem anderen Haus. Dabei werde das Evangelium des Tages gelesen, für die Anliegen aller werde gebetet. „Da lerne ich die Leute in ihrer Umgebung kennen und bewundere ihren Glauben“, erfährt Sr. Elfriede Prem.

Bei der beiläufigen Frage, ob sie manchmal überlege, lieber daheim in der Oststeiermark ihre Jahre zu verbringen, begehrt Sr. Elfriede fast auf: „Bei aller Liebe zu Hartberg, meiner Familie, zur Heimat, ich werde hier bleiben. Im Juli werden es 53 Jahre, dass ich hier in Brasilien bin, seit 1970 im Bundesstaat Goiás.“ Mit ihrer Rente, die sie als Lehrerin von Österreich und von Deutschland bekomme, könne sie für ihre Gesundheit sorgen und vielen Leuten helfen.

Über den Sinn ihres Lebens habe sie sich „Gott sei Dank! keine Fragen gestellt“. Von Anfang an habe sie aktiv am kirchlichen Leben teilgenommen und alle Veränderungen miterlebt; sie sei im Jahr nach dem Konzil, 1966, ausgereist. Sr. Elfriede bilanziert: „Ich habe erlebt, wie sich mein Bewusstsein als ‚Missionarin‘ im Lauf der Jahre geändert hat: vom Geben zum Empfangen! Es ist eine Wechselwirkung – wobei das, was ich empfangen habe, in diesen Jahrzehnten weit wertvoller und vielseitiger ist.“

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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