Papst Franziskus
Wage zu träumen!

Einen zuversichtlichen Ausblick wagt Papst Franziskus auf die Zeit „nach Corona“, gerade indem er auch Probleme und Gefahren benennt. Zu den Gefahren rechnet er auch einen Journalismus, bei dem Fakten weniger zählen als Wirkung.
2Bilder
  • Einen zuversichtlichen Ausblick wagt Papst Franziskus auf die Zeit „nach Corona“, gerade indem er auch Probleme und Gefahren benennt. Zu den Gefahren rechnet er auch einen Journalismus, bei dem Fakten weniger zählen als Wirkung.
  • Foto: Neuhold
  • hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion

In seinem neuen Buch, nun auch auf Deutsch erschienen, entwirft Papst Franziskus eine Vision für die „Welt nach Corona“ und nimmt seine bisherige Amtszeit in Blick.

Wie ein Brennglas hat die Corona-Krise die großen gesellschaftlichen Probleme verdeutlicht. Dies führt Papst Franziskus in seinem nun auch in deutscher Sprache erschienenen Buch „Wage zu träumen!“ aus. Wirtschaftliche Ungleichheit, Existenzängste und die Sorgen um die Gesundheit bestimmten das tägliche Denken. Der Papst fordert deshalb ein Umdenken in der Welt nach Corona. Zugleich stellt er aber auch eine große Kreativität bei den Menschen und in der Kirche fest, um mit dieser globalen Krise umzugehen.

Corona. Scharfe Kritik übt Franziskus an Systemen und Ideologien, die zur Entstehung der Krise beigetragen hätten. So die globale Wirtschaft, aber auch Politiker, die Angst schürten, nur um ihre eigene Macht zu festigen. Ohne Namen zu nennen, würdigt er Regierungen, die große Anstrengungen unternommen hätten, um das Wohlergehen ihrer Bevölkerung an die erste Stelle zu setzen.
Proteste gegen Corona-Auflagen hält der Papst für rücksichtslos – als bedeuteten die Maßnahmen gegen die Pandemie „eine Art von politischem Angriff auf die Autonomie oder persönliche Freiheit“.

Kein Zurück zur Normalität. Für den Papst gibt es kein Zurück zur Normalität vor der Pandemie. Er fordert eine Neuausrichtung der Gesellschaft. Dabei stellt er die Armen in den Mittelpunkt: „Mit offenem Herzen und einem Blick zu den Armen können wir die Welt zu einer besseren verändern! Und so kann auch die persönliche Suche nach dem eigenen Lebenssinn gelingen.“

Frauen in der Kirche. In einer Bilanz seiner bisherigen Amtszeit erzählt der Papst, wie nach und nach sein ökologisches Bewusstsein gewachsen ist, was er unter einer „synodalen Kirche“ versteht und wie wichtig für ihn Frauen in der Kirche sind. So lobt er das „frische Denken“ von Wirtschaftswissenschaftlerinnen, die die Mängel der herrschenden Modelle erkannt hätten. In kirchlichen Einrichtungen seien einige der „nützlichsten Ratschläge“ von Frauen gekommen, die dort mittlerweile höhere Ämter bekleideten.
Dass qualifizierte Frauen gleichberechtigten Zugang zu Leitungsverantwortung bekommen und genauso bezahlt werden müssten wie Männer, ist für den Papst selbstverständlich. Danach strebt er auch in der Kurie. Die Öffnung des Priesteramts gehört für ihn nicht dazu. Aber er verweist auf Amazonien. Dort würden Frauen ganze Kirchengemeinden leiten: „Zu sagen, dass sie nicht wirklich Leitung seien, weil sie keine Priester seien, ist Klerikalismus und respektlos.“

Lehrreiche Lektüre. Auch einen Österreich-Bezug gibt es in dem neuen Papst-Buch. Franziskus verweist nämlich darauf, dass die 16-bändige „Geschichte der Päpste“ von Ludwig von Pastor (1854–1928) eine lehrreiche Lektüre für sein Amt gewesen ist. „Wenn Du einmal diese Papst-Geschichte kennst, dann kann dich wenig von dem, was im Vatikan und der Kirche heute passiert, noch schockieren. Es hat mir sehr geholfen!“ (Über „Ludwig von Pastor“ erscheint demnächst ein ausführliches Buch, herausgegeben von Andreas Sohn und Jacques Verger.)
Alle Bände des Historikers Ludwig Pastor, der in Graz promovierte und in Innsbruck lehrte, las der heutige Papst zwischen 1990 und 1992 im argentinischen Cordoba, wohin ihn der Jesuitenorden versetzt hatte. Er habe sich damals wie vom Fußballfeld auf die Ersatzbank geschickt gefühlt, nutzte die Zeit aber für eine Neuorientierung.

Kathpress

Buchdaten
Papst Franziskus, Wage zu träumen!
Mit Zuversicht aus der Krise, Kösel Verlag,
München, Hardcover, 192 Seiten, 20,60 Euro, Hardcover mit Schutzumschlag,
ISBN: 978-3-466-37272-0.

Einen zuversichtlichen Ausblick wagt Papst Franziskus auf die Zeit „nach Corona“, gerade indem er auch Probleme und Gefahren benennt. Zu den Gefahren rechnet er auch einen Journalismus, bei dem Fakten weniger zählen als Wirkung.
Im neuen Buch würdigt der Papst auch jene Medien, die an die Ränder führten, abseits vom eigenen engen Horizont.
Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Das Portal meinekirchenzeitung.at wird von Kooperation Kirchenzeitungen bereitgestellt.
Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen