Unterwegs und auf der Suche - Teil 03
Unterwegs und auf der Suche - Haus Rosalie

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Von Katharina Grager

Das Haus Rosalie – eine Unterkunft für Frauen, die sonst auf der Straße stehen würden. Entstanden ist diese Einrichtung der Vinzi-Werke im Jahr 2005 aus einer akuten Not heraus. Alle bis dahin bestehenden Einrichtungen für obdachlose Frauen in Graz waren dauerhaft überfüllt. Aufgenommen werden inländische Frauen mit oder ohne Kinder. Das Haus Rosalie ist auch die einzige Fraueneinrichtung, in der auch Haustiere zugelassen sind. Die Devise des Hauses ist: So lange wie notwendig, so kurz wie möglich!

Die Betreuung wird zu großen Teilen von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen gewährleistet. Neue Engagierte sind jederzeit herzlich willkommen!

Christian Fuchs engagiert sich ehrenamtlich im Haus Rosalie.

Sie wollen sich ehrenamtlich im Haus Rosalie engagieren?
Melden Sie sich bitte: hausrosalie@vinzi.at
oder vormittags unter Tel. (0 31 6) 58 58 06.

Wie kam es dazu, dass Sie sich im Haus Rosalie engagieren?

Im Jahr 2005 bin ich zufällig in der Zeitung über einen kleinen Artikel zur Eröffnung dieses Hauses gestolpert. Zu der Zeit habe ich gerade eine Ausbildung zum Lebens- und Sozialberater gemacht und hatte gleich das Gefühl, dort kann ich mich einbringen. Ich finde es wunderbar, dass es dieses Haus und überhaupt solche Einrichtungen gibt. Sie geben Frauen, die in ihrem Leben durch verschiedenste Entwicklungen auf Schleuderkurs geraten sind, nicht nur ein sicheres Dach über dem Kopf, sondern auch eine neue Perspektive.

Wie schaut so ein ehrenamtlicher Dienst dort aus?

Das kann sehr verschieden sein. Grundsätzlich gibt es Nachmittags-, Abend- und Nachtdienste. Eine Hauptaufgabe ist es, den Frauen Sicherheit zu geben. Die Tür des Hauses ist von außen immer verschlossen. Manche Frauen kommen aus gefährdeten Situationen zu uns, mit Gewalterfahrung, aus Drogenmilieus ... Im Haus Rosalie sollen sie sich sicher fühlen. Neben Fragen-Beantworten und Informationen-Weitergeben ist für mich das Schönste und Wichtigste: einfach da zu sein – offen für Gespräch. Ich bin derzeit der einzige Mann, der dort ehrenamtlich Dienst macht. Daher sehe ich es als meinen Beitrag, zu zeigen, dass es auch andere Männer gibt als jene, mit denen Bewohnerinnen schlechte Erfahrungen gemacht haben. Es ist schön für mich zu sehen, wenn Frauen Vertrauen fassen und wir offen miteinander reden können.

Ein konkreter Vorschlag für den Advent …

Durch meine Tätigkeit in diesem Haus wird mir immer wieder ganz deutlich klar, wie gut es mir persönlich geht. Gerade an solchen Tagen wie jetzt gerade, wo es draußen kalt und ungemütlich ist, wächst in mir eine tiefe Dankbarkeit dafür, dass ich ein warmes Bett habe. Darum ist es im Grunde jeder und jedem zu empfehlen, sich in sozialen Einrichtungen zu engagieren. Man bekommt einen neuen Blick auf das eigene Leben und kann anderen helfen.

 

Inserat

Ein Mensch wird gesucht,
einer unter drei Milliarden:
Größe und Aussehen unwichtig,
Bankkonto und Wagentype nebensächlich.

Geboten wird
eine interessante Tätigkeit.
Gefordert wird
unmenschlich viel:
Mehr hören
als reden,
mehr verstehen
als richten,
mehr helfen
als klagen.

Ein Mensch wird gesucht.
Für Dankbarkeit
wird keine Garantie übernommen.
Sollten Sie
sich der Arbeit gewachsen fühlen,
melden Sie sich
bitte so bald wie möglich
beim Nächstbesten.

Martin Gutl

aus: Nachdenken mit Martin Gutl

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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