Vatikan kompakt - Teil 07
Recht und Ordnung

Die Gala-Uniform der Schweizergardisten wurde entgegen der weit verbreiteten Meinung nicht von Michelangelo, sondern erst Anfang des 20. Jahrhunderts nach Motiven aus der Renaissance entworfen.
  • Die Gala-Uniform der Schweizergardisten wurde entgegen der weit verbreiteten Meinung nicht von Michelangelo, sondern erst Anfang des 20. Jahrhunderts nach Motiven aus der Renaissance entworfen.
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Wer schützt den Papst?

13. Mai 1981: Auf dem Petersplatz fallen Schüsse, und Papst Johannes Paul II. sinkt getroffen zusammen. Während sich Schweizergardisten in Zivil schützend vor den Papst werfen und für den Verletzten eine Gasse durch die Menschenmenge bilden, nimmt der Generalinspektor der Vatikanischen Gendarmerie die Verfolgung des Attentäters 
auf.

In dieser Situation arbeiten zwei Einheiten eng zusammen, deren Aufgabe der Schutz des Papstes und des Vatikans ist: Schweizergarde und Vatikangendarmerie. Während erstere wohl jedem Rombesucher bekannt ist, scheint die Gendarmerie des Vatikans eher im Hintergrund zu stehen.

Päpstliche Schweizergarde

Bis 1970 gab es mehrere traditionelle Nobel- und Ehrengarden, die den Papst beschützen sollten. So handelte es sich Mitte der 1960er Jahre sogar bei mehr als zwei Dritteln der Vatikanbürger um Waffenträger. Paul VI. (1963 bis 1978) gab allerdings 1970 den Befehl zum „Abrüsten“. Als einziges Armeekorps in Waffen verblieb die Schweizergarde, die bereits im Jahre 1506 von Julius II. (1503 bis 1513) gegründet worden war. Schon kurz darauf mussten sich die als besonders zuverlässig und schlagkräftig geltenden Schweizer besonders bewähren. Bei der Plünderung Roms (Sacco di Roma) 1527 ermöglichten sie trotz größter Verluste dem Papst die Flucht in die Engelsburg. Am Jahrestag der Plünderung, dem 6. Mai, findet bis heute die Vereidigung neuer Rekruten statt, die sich für mindestens 25 Monate verpflichten.

Gendarmeriekorps der Vatikanstadt

Schon lange vor der Gründung der Vatikan-
gendarmerie gab es päpstliche Truppen mit polizeilichen Aufgaben. Das päpstliche Vortragekreuz wurde etwa von Männern mit einer roten Rute in der Hand bewacht, während die Mazzieri mit einer versilberten Keule den Papst eskortierten. 1816 wurden die „Carabinieri Pontifici“ gegründet, mit dem Ziel, im päpstlichen Auftrag dem Räuber- und Bandenunwesen in Rom ein Ende zu bereiten. Die Umwandlung der Gendarmerie von einer militärischen Truppe in eine zivile Polizeieinheit erfolgte 1970.

Zu ihren Aufgaben zählt auch, das geltende Rauchverbot (Strafe: 30 Euro) auf dem Gebiet des Vatikanstaates zu überwachen. Darüber hinaus hat die Gendarmerie bestens ausgebildete Sicherheitskräfte in ihren Reihen, etwa in der „schnellen Eingreiftruppe“ sowie der „Antiterroreinheit“. Seit 2008 ist das Vatikanische Gendarmeriekorps bzw. der Vatikan Mitglied bei Interpol.

 

 

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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