Priester - Hobbys -
Philatelisten sind sehr friedliche Menschen

Herzstücke. Die Schönheit begeistert den Sammler. ##br##
  • Herzstücke. Die Schönheit begeistert den Sammler. ##br##
  • Foto: Gerd Neuhold, Sonntagsblatt
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Apost. Protonotar Mag. Leopold Städtler war von 1976 bis 1997 Generalvikar der Diözese Graz-Seckau
 

Lästerer meinen, wir wären ja nur Altpapiersammler.“ Leopold Städtler nimmt seine große private Leidenschaft mit einem Witz ein bisschen auf die Schaufel. In Wirklichkeit ist eine Marke eine Kleingrafik, also ein Kunstwerk auf kleinstem Platz. Vom Motiv her und auch von der Technik, das betrifft zumindest alte Marken. Als 14-Jähriger hat der ehemalige Generalvikar der Diözese in seiner Heimat Ligist mit dem Markensammeln begonnen. „Zuerst Vatikanmarken.“ Angesprochen haben ihn die bunten Darstellungen von Kirchen, Päpsten oder Heiligen. Für alles Weitere blieb immer eines bestimmend: „Am meisten interessiert hat mich die Schönheit.“

Zur ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Sammeln selbst kam es, als Städtler im Jahr 1970 nach Graz kam und dort erstmals Kontakt zur Philatelistischen Gesellschaft aufnahm. „Wenn man mit Sammlern zusammenkommt, entdeckt man erst, wie man sammeln soll.“ Man kann nicht alles sammeln, also nimmt man ein Land oder eine Serie heraus und versucht dort möglichst viel zusammenzubekommen. Im Laufe der Zeit hat sich die Art des Sammelns insgesamt verändert: Früher waren es die einzelnen Marken, heute zumeist der Brief mit Marke und Stempel drauf. Dadurch sind die Wege, die der Brief nahm, oft wesentlich genauer nachzuvollziehen. Überhaupt, wenn man mit Pinzette und Lupe zugange ist, wird man mit der Zeit ein genauer Mensch. Denn es kann eben jede Abweichung von der üblichen Form der Marke, in Farbe oder der Zahnung, eine Rolle spielen und ihren Wert bestimmen. Der Wert der Sammlung – umgerechnet in Euro – spielt für Leopold Städtler kaum eine Rolle. Weshalb er auch keines seiner Herzstücke verkauft, obwohl er schon ganz ordentliche Angebote bekommen hat für seltene Stücke, die zu ihm gefunden haben. Je älter und seltener etwas ist, desto mehr steigen eben die Preise. „Die besten Geschäfte macht man aber, wenn man tauschen kann“, findet er.

Faszinierend ist, wie viel man bei der beständigen Beschäftigung mit den Marken lernen kann. „Über die Technik der Herstellung, die Künstler und natürlich auch über die politische Situation, die ja immer im Hintergrund eine Rolle spielt und Einfluss auf die Marken nimmt und darauf, wie sich Motive verändern.“

Im Verein wird jeder ernst genommen mit dem, was er sammeln möchte, das findet Leopold Städtler angenehm. Man hat Freunde gefunden, interessante Leute kennen gelernt. Partei, Weltanschauung und Religion spielen dabei keine Rolle. „Frauen, deren Männer leidenschaftliche Sammler sind und die viel Zeit auf ihr Hobby verwenden, tröste ich immer damit, dass der Mann ja auch im Wirtshaus sitzen und Schnaps saufen könnte.“

Eigentlich ist das Arbeiten an der Sammlung eine Winterarbeit. Vor allem das Zusammenstellen von einzelnen interessanten Themen in Mappen und Alben mit Kurzkommentar zu den einzelnen Sammelstücken ist etwas, was in der kalten Jahreszeit passiert. Auch für heuer ist schon etwas geplant: „Steirische Gemeindewappen auf Sonderstempeln.“ GISELA REMLER

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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