Weltkirche
Paul M. Zulehner: Erdverträglich leben

Wie die Herausforderungen der Zukunft von der Menschheit geeint gemeistert werden können, formulieren zwölf Autorinnen und Autoren in einem gemeinsamen Buch. Darunter der Theologe Paul M. Zulehner, der überzeugt ist: „Religiöse Menschen sind liebende Menschen.“
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Die Mega-Challenges der Menschheit betrachtet Paul M. Zulehner in einem neuen Buch.

Die Menschheit steht vor „Mega-Challenges“ – Herausforderungen, gegenüber denen die Corona-Pandemie und ihre Zähmung „nur ein Vorgeschmack“ sind. Für deren Meisterung braucht es nach den Worten des Wiener Theologen „Menschen, die sich nicht durch ihre Ängste entsolidarisieren lassen“. Es brauche vielmehr einen hohen „Grundwasserspiegel des Vertrauens in den Kulturen und Gesellschaften“, zu denen „ein wahres Christentum“ und „wahre Religionen“ vieles beitragen können. „Es sind Religionen, die sich nicht zur Legitimation populistischer Politik missbrauchen lassen, sondern in ihrer Kraft, die Angst vor Tod und Verletzlichkeit zu zähmen, solidarische Menschen hervorbringen“, so der Religionssoziologe und Werteforscher.

Positive Gestaltungskraft des Glaubens
Zulehner äußerte sich in einem kürzlich erschienenen Sammelband „Weltbild für den blauen Planeten“ (Continentia Verlag), in dem er und elf andere Autorinnen und Autoren unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen in einem gemeinsamen Manifest erklären: „Um eine nachhaltige Welt zu erreichen, müssen wir zuerst unser Denken über die Welt verändern.“ In seiner Überzeugung in die positive Gestaltungskraft des Glaubens räumt Paul Zulehner ein, dass derzeit manche großen Religionen der Welt in einer Krise seien. „Die einen, weil sie der Versuchung erliegen, auf Gewalt zu setzen statt auf Liebe, auf nationalen Egoismus statt auf Befreiung aus dem Ichgefängnis“; die anderen, weil sie „die religiöse Tradition auf eine geheimnislose autoritäre Moral reduzieren“. Jedoch: Wenn es den Religionen gelingt, ihre „mystagogische Kraft“ wiederzugewinnen, werden sie laut Zulehner „ein Segen für eine Welt sein, die vor schier unbezwingbaren Herausforderungen steht“.

Klima macht am meisten Sorge
Welche Mega-Challenges das sind, listet Zulehner auf Basis einer Befragung auf, die er heuer im Rahmen des von Papst Franziskus ausgerufenen weltkirchlichen synodalen Prozesses unter Mitgliedern der Katholischen Aktion Österreich durchführte. Top-Thema ist dabei die Klimafrage, die die Weltgemeinschaft mehr fordern werde als die Pandemie. „Sie zu meistern wird wesentlich mehr an konsequentem Einsatz erfordern“, ist Zulehner überzeugt. Notwendig seien ein erneuertes Verständnis von Natur und Schöpfung als Mitwelt und „nicht als nur nützliche Umwelt“ sowie die Entwicklung eines „erdverträglichen“ Lebensstils.

Weitere Großthemen sind laut Zulehner Friedenssicherung, Migration und Flucht. Zunehmend ins Blickfeld gerate in Europa das Absinken des „Wertegrundwasserspiegels“, das es zu verhindern gelte. Die für Zulehner zentrale Frage: Wie kann man, ohne böse zu werden und die Menschlichkeit zu verlieren, in der Angst bestehen? Seine Antwort: Es braucht eine Pädagogik des Vertrauens und eine Politik, welche die Angst nicht populistisch mehrt, sondern eine „Kultur des Vertrauens“ stärkt. Spätestens hier kämen die Religionen ins Spiel. „Religiöse Menschen, bei denen ihre Religion nicht egozentriert verdorben ist, sind kraftvoll solidarisch liebende Menschen“, hält Zulehner fest.

KATHPRESS

Wie die Herausforderungen der Zukunft von der Menschheit geeint gemeistert werden können, formulieren zwölf Autorinnen und Autoren in einem gemeinsamen Buch. Darunter der Theologe Paul M. Zulehner, der überzeugt ist: „Religiöse Menschen sind liebende Menschen.“
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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