Steirische Missionare -
Oma Christa und ihre Babys

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Sr. Christa Freithaler fand ihren Weg auf die Inseln Indonesiens und ihre Berufung.

GISELA REMLER

Durch mein Da-Sein und So-Sein etwas von der Güte und Menschenfreundlichkeit (= Liebe) Gottes bekannt zu machen.“ Das versteht Schwester Christa (Herta) Freithaler unter Mission. Ein Anliegen, dem sie ihr Leben gewidmet hat. „Ich habe aber noch nie in meinem Leben einen Menschen zum Christentum überreden wollen.“ Die mittlerweile beinahe 80-Jährige aus Hainersdorf bei Fürstenfeld trat bei den Steyler Missionarinnen ein mit dem Ideal, Missionsschwester zu werden, und begann eine Reise in die Welt: „Meine Wurzeln sind in der Steiermark, das ändert sich nicht, obwohl ich seit meinem 16. Lebensjahr fort bin. Ich bete immer noch deutsch, und gewisse steirische Worte sind mir immer noch geläufig.“ So sagt sie über die Menschen in Indonesien: „Die haben’s nicht gneatig.“ Im guten oststeirischen Dialekt.

Über ihren Weg in den Orden berichtet sie Folgendes: „Ich las das Buch ‚Priester der Verdammten‘. Das Leben von Damian de Veuster hat mich so stark berührt – da hat Jesus mein Herz gestohlen auf eine unwiederbringliche Weise, dass es nichts anderes mehr gibt. Es ist der Herr Jesus, auf den alles ankommt. Die Freude am Herrn ist meine Kraft. Das soll erklären, warum ich aufgebrochen bin. Nicht wissend, wohin und wie. Ich wurde geführt. Step by step (Schritt für Schritt). Und bis heute habe ich noch keine einzige Minute bereut.“

Die ersten fünf Jahre nach ihrer Ausreise war Schwester Christa in den USA, um dort die Krankenschwesternschule zu besuchen. „Mein Herz zog mich zur Krankenpflege.“ Danach verbrachte sie zwei Jahre in Australien für ihr Hebammendiplom, ehe sie im Jahr 1970 nach Timor im Osten von Indonesien kam. „In meine eigentliche Mission.“ Seit 2002 ist sie auf der kleinen Insel Alor im Osten Indonesiens tätig. „Ich selbst bringe mich auch heute immer noch ein wenig ein in die ambulante Pflege, wo ich auch in die Dörfer fahre per Motorrad als Beisitzer. Im allgemeinen werde ich Nenek Sister genannt, was heißen soll Oma Schwester. Bei den Kleinen bin ich Nenek Christa. Ich fühle mich dazugehörig, das ist sehr schön. Jedenfalls kann ich Gott nicht genug danken für das, was er mit mir tut und immer schon getan hat.“

In ihrem Beruf kommt Schwester Christa in engen Kontakt mit den Leuten. Wie überall gebe es sehr viel Not, wobei die finanzielle, materielle nicht einmal die größte sei. „Die innere Not, die seelische, ist es mehr. Gerade da ein Ohr zu haben und Herz, das ist mir wichtig. Möge die Liebe Gottes erspürbar sein.“

Vor allem als Hebamme ist Schwester Christa sehr geschätzt: „Eine Frau wird nie eine Hebamme vergessen“, sagt sie. „Es waren sehr viele Geburten. Schöne, freudige und schreckliche und manche auch schrecklich in den Dörfern verwurstelte, bis sie dann doch zur Klinik kamen.“ Vor allem in den Jahren 1970 bis in die 80er Jahre war es schwierig, weil es sehr wenige Ärzte gab. Da musste Schwester Christa Dinge bewältigen, die man sich in Europa gar nicht vorstellen kann. Seitdem habe sich sehr viel zum Besseren geändert, und Straßen seien asphaltiert worden. „Aber zu meinem Posten, 65 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, waren wir achteinhalb Stunden unterwegs.“

„Hier auf dieser kleinen Insel ist die Mo-
derne noch am Nachrücken“. Das Eintauchen in eine andere Kultur empfindet sie als ungeheure Bereicherung. „Danke für alles, für die Begegnung mit vielen Menschen. Hätte ich alle Erfahrungen und Erlebnisse aufschreiben können, es wäre ein Buch geworden.“ Als Daheim gilt ihr ihre Ordensfamilie, „dort gehöre ich hin. So von Gott gerufen zu sein, ist Kraft und Freude. Aus eigener Kraft hätte ich das alles nicht schaffen können. Ich fühle mich von ihm getragen, in ihm geborgen. Er wirkt durch mich.“

 

 

O-Töne

Sr. Christa hat mich sofort beeindruckt: Mit ihrer jahrelangen Erfahrung als Krankenschwester und Hebamme lässt sie sich nie aus der Ruhe bringen. 
Sie hat ihr Leben lang mitten unter 
einfachen Menschen gelebt, Freud und Leid mit ihnen geteilt und doch auch sehr schwierige Situationen meistern müssen, um vor allem Frauen zu helfen – ohne Klinik, ohne Arzt.

Sr. Petra (Mitschwester)

Hier in Österreich war es ihr immer kalt, denn ihre Heimat hat sie wohl in Indonesien gefunden. Sie hat letztlich genau den Weg gefunden, den sie gehen wollte, und sie ist glücklich.

Monika Freithaler (Schwägerin)

Am 16. August 2016 hatte ich meinen ersten Arbeitstag in der Missionsprokur der Steyler Missionare, Chef und Vorgängerin waren auf Urlaub. In jedem Mail befürchtete ich Unbekanntes, Neues, Dringendes. Ein frohes Lachen begleitet mich seither: Sr. Christa Freithaler und Sr. Elissa Ringler begrüßten mich im „Amt“ mit einem Bild vor den Weiten des indonesischen Meeres.

Susanne Pell (Missionsprokur St. Gabriel International)

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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