Mensch/Priester - Rückblick
„Mir hat gefallen, dass er die Tischkante streichelt“

An fünf Dienstagvormittagen sprachen steirische Priester via Internet mit Jugendlichen. 

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Man habe nicht jeden Tag die Möglichkeit, „einem Priester offen Fragen zu stellen, und das anonym“, meinte Stephanie, 17 Jahre alt. Und Markus lobte die „spannende Diskussion“, da „man als Jugendlicher nicht unbedingt Zugang zu einem Priester hat“.

Fast 250 Jugendliche der Höheren Technischen Lehranstalt Weiz (HTL) aus verschiedenen Klassen sprachen über Internet mit Priestern. Sonntagsblatt und WOCHE brachten an fünf Dienstagvormittagen die Partner zusammen. „Sonntagsblatt_Mikro“ war Teil der Serie „MenschPriester – PriesterMensch“ im vom Papst ausgerufenen Priesterjahr. „Wir wollten damit das Thema ‚Priester‘ positiv an junge Menschen heranbringen“, freut sich Sonntagsblatt-Geschäftsführer Heinz Finster über den Erfolg des Experiments.

„Der Priester war sehr kompetent“, staunte Lukas, 18 Jahre alt. Dem genauen Beobachter hat es „gefallen, dass er die Tischkante gestreichelt hat“. Johannes, auch 18, meint: „Es hätte ruhig 30 Minuten länger dauern können.“ Dass „der Geistliche sich mit der Evolutionstheorie so gut ausgekannt hat“, überraschte den 19-jährigen René.

„Überaus flüssig“ seien der Moderatorin die Überleitungen zu den Fragen der Schüler gelungen, lobt Josef, 18. Dr. Claudia Unger und Katrin Leinfellner hatten die Priester im „Studio“ der Katholisch-Theologischen Fakultät am Institut für Fundamentaltheologie interviewt. Ao. Univ.-Prof. Ing. Dr. Christian Wessely und Patrick Horwath ermöglichten die Ton- und Bildaufnahmen technisch. Sie konnten an jedem Computer verfolgt werden, und an der HTL Weiz schauten die Jugendlichen sie auf einer Leinwand gemeinsam an.

Religionslehrer Robert Pretterhofer freut sich, wenn etwa Dietmar, 19, zugibt: „Mich hat es gewundert, dass die Technik so störungsfrei funktioniert hat.“ Die 19-jährige Nicole findet es „erstaunlich“, was „mit der Technik alles möglich ist“. Seine „weltlichen“ Kollegen, die etwa Informatik unterrichten, machten dem Theologen Komplimente.

In einem „Word-Rap“ sollten am Schluss der 50-minütigen Interviews die Priester auf hingeworfene Stichwörter reagieren. Statt dieser etwa acht kurzen Antworten hatten die in der ersten Hälfte unserer Serie befragten Priester „drei Fragen“ bekommen. Zölibat, Armut und Gehorsam waren die Themen.

Realistisch hatten die Priester geantwortet. Auf den frech formulierten Anstoß „Kann man ohne Frau glücklich leben?“ stellte ein Pfarrer die Gegenfrage: „Kann man mit Frau glücklich leben?“ Ein Leser schrieb, da hätte er einen „Sturm der Entrüstung“ der Ehefrauen und Ehemänner erwartet.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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