Christentum - Ein Reiseführer - Etappe 021
Gott ist die Liebe

Trinität. Ikone von Andrej Rublev.

 

 

 

Gott – die vollkommene Liebe

Sie sieht sich jedoch herausgefordert, dieses Geheimnis so weit wie möglich für den Glauben fruchtbar zu machen. Dabei setzt sie bei einem Vers des ersten Johannesbriefes an, der besagt: „Gott ist die Liebe.“ (1 Joh 4,16) Von diesem Ausgangspunkt aus beschreibt sie das Gegenüber von Vater, Sohn und Geist ebenso wie deren Einheit im Bild der Liebe. Dies erscheint vor allem deshalb angemessen, weil allein die Liebe es vermag, Einheit und Unterschiedenheit zugleich zu umfassen. Liebe kann den anderen anders sein lassen und ihn trotzdem ganz annehmen. Überträgt man diese Einsicht auf Gott, so erscheinen Vater, Sohn und Geist als drei Personen, die in ihrer Liebe sowohl miteinander verbunden sind wie auch füreinander ein Gegenüber darstellen.

Die vollständige Einsicht in die liebende Verbundenheit der göttli­chen Personen bleibt dem Menschen zwar versagt. Wo er aber an Gottes Wesen Maß nimmt und aus ganzem Herzen liebt, kann er das Geheimnis Gottes, das ihm intellektuell verschlossen bleibt, zumindest intuitiv ein Stück weit erfassen. Die Liebe lässt nämlich auch ihn erleben, dass zwei voneinander unterschiedene Personen auf höchst beglückende Weise miteinander eins sein können. Menschlicher Liebe gelingt dies zwar immer nur in unvollkommener Weise, sodass sie in der ständigen Gefahr steht, zu kurz zu greifen und zu scheitern.

Göttliche Liebe hingegen ist vollkommen wie alles in Gott. Von daher sind Vater, Sohn und Geist in der Lage, einander in ihrer Eigenheit ganz anzunehmen und sich einander doch ganz hinzugeben. Da es in Gott aufgrund seiner Vollkommenheit kein Versagen geben kann, kann göttliche Liebe auch nicht scheitern. So erscheint Gott als eine lebendige Einheit vollkommener Liebe.

Der Mensch spürt in sich die Sehnsucht nach einer solchen vollkommenen Liebe. Er kennt das Glück einer Liebe, die an ihr Ziel kommt, wie den Schmerz über eine Liebe, die dieses Ziel verfehlt. So wird die Liebe, die der Mensch erfährt, wie die, die er ersehnt, für ihn zum Ausgangspunkt für das Verständnis der vollkommenen Liebe, mit der Vater, Sohn und Geist einander lieben. Wer sich auf diese Liebe einlässt, erkennt, dass sie Ursprung und Ziel der Welt ist. Er erkennt, dass er aufgerufen ist, an dieser Liebe dort Maß zu nehmen, wo er selbst liebt. Er versteht das Geheimnis der Trinität als eine enorm lebensrelevante Glaubensaussage.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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