Wallfahrten in der Steiermark - Teil 14
„Geh dain Weig“ durch Mitterdorf

Den „Wanderer auf seinem Lebensweg“, etwa wenn er gen Mariazell pilgert, ermutigt Peter Angerer mit seinem „Wegweiser“ beim Spitzwirt in Mitterdorf im Mürztal zur „Richtungsentscheidung“.
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  • Den „Wanderer auf seinem Lebensweg“, etwa wenn er gen Mariazell pilgert, ermutigt Peter Angerer mit seinem „Wegweiser“ beim Spitzwirt in Mitterdorf im Mürztal zur „Richtungsentscheidung“.
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Auf einem Pilgerweg entstehen bei jedem Teilnehmer seine „ganz innersten Gedanken, Bitten, Flehrufe, Flüche und Schwüre“, sinniert Waltraut Gschiel. Kein anderer könne sie hören. Auf Tontafeln hielt sie diese „Gedanken“, die dem Außenstehenden ein Geheimnis bleiben, fest. Ein Eisengitter hält sie zusammen. Sie seien für keinen entzifferbar oder lesbar, „ausgenommen für den, für den diese innersten Gedanken bestimmt sind“, merkt die Künstlerin zu ihrer Skulptur „Gedanken“ an.

„Gedanken“ ist eines von fünf Zeichen, das Künstler heuer in den Gemeinden Mitterdorf im Mürztal, Veitsch und Krieglach schufen. Hier viel begangene Wallfahrtswege nach Mariazell sollen durch Skulpturen, Monumente und Landschaftsinstallationen bereichert werden, von der Stanglalm bis zur Rothsohl.

„W.E.G.Art“ heißt das fünfjährige Projekt: Wallfahrt. Erleben. Gehen. Kunst (englisch „art“). Obmann Dr. Rudolf Gstättner lud heuer im Juli zur offiziellen „Übergabe“ am Schnittpunkt der Gemeindegrenzen von Mitterdorf, Veitsch und Krieglach. Dort beim ehemaligen Gasthaus Seisl/Reithofer steht auch die Skulptur „Gedanken“. Der Pfarrer von Veitsch, Franz Higatzberger, und der evangelische Kurator Rudolf Schlaipfer segneten die Objekte ökumenisch, acht Hornisten von „Pro Horn“ unter Walter Reindl spielten.

Offiziell ist „W.E.G.Art“ ein Teil des EU-Projektes „Leader plus – Region der Wege“. Zu ihm gehört auch der neue Mitterdorfer Kreuzweg. Die fünf Künstler und Künstlerinnen geben auf einem Täfelchen neben ihrem Werk Anregungen.

„Geh deinen Weg“, ermutigt Peter Angerer durch seinen „Wegweiser“ beim Spitzwirt in Mitterdorf, auch im Dialekt und auf Englisch („Geh dain Weig“ und „go your way“).

Das „Brot des Himmels“ auf dem Hochreiter-Kogl hat Hans Leitner in Lärchenholz geschnitzt. Zum in der Mitte angedeuteten „Brotlaib“ beugt sich in der Skulptur ein Mensch ganz tief herab.

„Manchmal geht einer von hier nach dort und fühlt sich schon wie ein neuer Mensch“, meditiert Franz Krammer, ein Motor des Kunstvorhabens, zu seinem aus Eisenblech gefertigten Objekt „Gehender“ am Kreisverkehr Ziegelofen in Mitterdorf. Er fährt fort: „Gehen ist Denken. Der Rhythmus des Gehens erzeugt einen Rhythmus des Denkens. Gehen ist etwas Befriedigendes.“

Martin Cremsner hat das Zapfn-Kreuz in Großveitsch durch einen „Pilger-Server“ bereichert. Er lädt zum Teilen mit den Wanderern ein, die vor mir oder nach mir diesen Weg gegangen sind. In ein Behältnis mitten im Kunstwerk können beschriebene Zettel mit eigenen Einsichten und Fragen gelegt werden, und der nächste kann sie lesen und wird vielleicht inspiriert.Johann A. Bauer

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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