Christentum - Ein Reiseführer - Etappe 068
Gebet und Stärkung

Die Krankensalbung ist ein Sakrament, das mit Missverständnissen behaftet ist.
  • Die Krankensalbung ist ein Sakrament, das mit Missverständnissen behaftet ist.
  • Foto: Bild: Kurt Zisler
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Die Krankensalbung

Gläubige Katholiken haben bei Todesgefahr mit dem Arzt häufig auch den Priester gerufen.

Die Krankensalbung hat ihren alttestamentlichen Ursprung unter anderem in den Sühne- und Reinigungsvorschriften des Buches Levitikus und der Salbung mit Öl an dem Kranken (Lev 14,10–31). Krankheit wird von den Propheten im Zusammenhang mit Schuld und Sünde gesehen, für die der Mensch bei Gott um Heilung fleht.

Als neutestamentlicher Beleg für die Einsetzung des Sakraments der Krankensalbung wird der Jakobusbrief angegeben: „Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten“ (Jak 5,14f.). Die Krankensalbung steht heute im Zusammenhang mit dem besonderen Auftrag der Kirche, den Kranken und Schwachen beizustehen. Das Sakrament kann bei ernster Erkrankung wiederholt und beliebig oft empfangen werden.

Spender des Sakraments ist der Bischof oder Priester. Innerkirchlich würden sich manche wünschen, auch Diakone damit zu beauftragen, da diesen ja in besonderer Weise der Dienst am Kranken aufgetragen ist. Für die Salbung wird ein eigenes Krankenöl (geweihtes Olivenöl), das Oleum infirmorum, verwendet, das vom Bischof am Morgen des Gründonnerstags (oder, wie in Graz, am Mittwochabend der Karwoche) zusammen mit den anderen heiligen Ölen geweiht wird. Im Notfall kann jeder Priester dieses Öl weihen.

Sakrament ist die Krankensalbung in der römisch-katholischen sowie orthodoxen Kirche; im evangelisch-freikirchlichen Raum wird sie gelegentlich als zeichenhafte Handlung für das heilende Handeln Jesu angeboten. Die Feier des Sakraments besteht in der Salbung der Stirn und Hände des Kranken und den Deuteworten (siehe Kasten).

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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