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Frauenthemen angehen

Bei einer Generalaudienz wurde die Frauendelegation aus Österreich zum Papst vorgelassen. Erste Reihe von links: Sr. Christine Rod, Lucia Greiner, Gabriele Eder-Cakl und Angelika Ritter-Grepl, Gerda Vogl, Doris Schmidauer und Franziska Honsowitz-Friessnigg.
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  • Bei einer Generalaudienz wurde die Frauendelegation aus Österreich zum Papst vorgelassen. Erste Reihe von links: Sr. Christine Rod, Lucia Greiner, Gabriele Eder-Cakl und Angelika Ritter-Grepl, Gerda Vogl, Doris Schmidauer und Franziska Honsowitz-Friessnigg.
  • Foto: Sabine Kronberger/Welt der Frau
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Frauendelegation der kfbö wirbt in Rom für Geschlechtergerechtigkeit – Positionierung in Gesprächen mit Leitungsfrauen und Ikone mit Botschaften an Papst übergeben.

Eine hochrangig besetzte Frauendelegation aus Österreich warb im Vatikan für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der katholischen Kirche – und das an höchster Stelle: Katholikinnen in Leitungspositionen überreichten Papst Franziskus am 4. Mai bei der wöchentlichen Generalaudienz nicht nur eine Ikone als Geschenk, sondern auch Statements zum Thema „Frauen und Kirche“ mit expliziten Kirchenreform-Anliegen. Verfasst von Angelika Ritter-Grepl, Vorsitzende der KFB Österreich, Sr. Christine Rod, Generalsekretärin der Österreichischen Ordenskonferenz, der Linzer Pastoralamtsleiterin Gabriele Eder-Cakl und der Salzburger Seelsorgeamtsleiterin Lucia Greiner.

Frauenfrage – zukunftsentscheidend
Tenor der Statements: Die Frauenfrage ist ein entscheidendes Zukunftsthema für die Kirche. Es gelte die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen anzuerkennen, ihre Zahl in Führungspositionen zu erhöhen und auch das sakramentale Amt im Blick auf Männer und Frauen neu zu denken. Diese Anliegen standen auch im Zentrum von Gesprächen, die die Katholikinnen während ihres dreitägigen Rom-Aufenthaltes mit hochrangigen Kurienvertreterinnen führten: Es gab Treffen mit Sr. Nathalie Becquart, Untersekretärin der Bischofssynode und erste mit Stimmrecht ausgestattete Frau in diesem Gremium, mit Sr. Alessandra Smerilli, Sekretärin im Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, sowie mit Lavinia Rocchi Carrera, Generalsekretärin der Weltorganisation der katholischen Frauenbewegungen. Die Reise begleiteten auch Bundespräsidentengattin Doris Schmidauer als langjährige Unterstützerin der Aktion Familienfasttag und Vatikanbotschafterin Franziska Honsowitz-Friessnigg.

Im Sinne eines konzilianteren, synodalen Umgangs sprechen die Frauen lieber von „Anliegen“ als „Forderungen“. „Wir wollen hier nicht wie trotzige Kinder auftreten“, sagte Rod mit einem Augenzwinkern. Mit kleinen Schritten aber gehe der Prozess unumkehrbar weiter, sind sich alle sicher. Mögliche Enttäuschungen, wenn konkrete inhaltliche Erwartungen durch den gesuchten neuen Umgangsstil in der Kirche nicht erfüllt werden, blieben indes nicht ausgeschlossen.

Gegenseitige Bestärkung
Die „Leitungsfrauen“, mit denen die Besucherinnen aus Österreich sprachen, „setzen sich mit ihrer ganzen Energie, mit ihrem ganzen Herzen und Sein dafür ein, Kirche so zu gestalten, dass Menschen ein gutes Leben haben“, bilanzierte Ritter-Grepl. Es sei eine besondere Situation gewesen, diesen Frauen „ohne die sonst üblichen hierarchischen Filter“ begegnen zu können. Ordensvertreterin Sr. Rod sprach von erlebter gegenseitiger Bestärkung: Auch die Vatikan-Verantwortungsträgerinnen seien an der Situation der Österreicherinnen interessiert gewesen und hätten vermittelt, „dass wir Verantwortung übernehmen können und wollen“.

Pastoralamtsleiterin Eder-Cakl berichtete nach den Gesprächen mit Sr. Becquart und Sr. Smerilli, beide stünden für eine Kurienreform und eine positive Veränderung in der Kirche. Auch ihre Salzburger Amtskollegin Lucia Greiner äußerte sich „beeindruckt von den Strategien, wie man Frauenthemen angehen kann – da haben wir viel gelernt“. Gemeinsames Fazit: Es soll „normal“ sein, dass Frauen in jeder Funktion in Leitungsebenen der Kirche arbeiten.

Nachzulesen
Die vier Statements von Angelika Ritter-Grepl, Sr. Christine Rod, Gabriele Eder-Cakl und Lucia Greiner, die dem Papst bei der Generalaudienz am 4. Mai übergeben wurden, können auf www.kfb.at nachgelesen werden.

Bei einer Generalaudienz wurde die Frauendelegation aus Österreich zum Papst vorgelassen. Erste Reihe von links: Sr. Christine Rod, Lucia Greiner, Gabriele Eder-Cakl und Angelika Ritter-Grepl, Gerda Vogl, Doris Schmidauer und Franziska Honsowitz-Friessnigg.
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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