Ordensleben in der Steiermark - Teil 15
Es ist wirklich
(k)ein Kreuz

Im Zentrum. Der Konvent liegt gegenüber der Privatklinik in der Kreuzgasse in Graz.
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  • Im Zentrum. Der Konvent liegt gegenüber der Privatklinik in der Kreuzgasse in Graz.
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In Europas Mitte und noch immer offen für die Bedürfnisse der Zeit.

Es wird gehämmert und gebohrt. Hinter langen Plastikvorhängen liegt der Mörtel. Die Generalsanierung des Hauses Nr. 34 in der Grazer Kreuzgasse dauert und knabbert ziemlich an den Nerven der Bewohnerinnen. Aber: „Das muss eben jede Generation einmal machen lassen“, erklärt Oberin Sr. Maria Bosco Zechner. Der Konvent der Kreuzschwestern, ein eleganter neugotischer Bau, umgeben von Gartenanlagen, liegt gegenüber der Privatklinik der Kreuzschwestern, wo das Eingehen auf das Persönliche dazugehört.

In der Steiermark können die Kreuzschwestern auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken. 1864 kam Gründervater Pater Theodosius in das Stift Rein und versprach, dass er eine Schwester seiner ins Leben gerufenen Kongregation senden werde. Endlich, im Februar 1870, kam die erste. Mit der zweiten war dann ein entscheidender Grundstein für den Aufbau der Provinz Steiermark-Kärnten gelegt. Sie war Lehrerin und übernahm die Erziehung und den Unterricht der verwahrlosten Kinder, die den Schwestern anvertraut worden waren. Im Jahr der Gründung der Provinz wurde auch die erste Filiale in Bad Aussee errichtet, zwei Schwestern aus der Schweiz begannen eine „Kinderbewahranstalt“ einzurichten und Hauskrankenpflege auszuüben.

Später wurde in Bruck an der Mur ein größeres Haus gekauft und auch hier eine Volksschule gegründet. Es gab viele Neugründungen, wo sich die Schwestern den verschiedenen Zweigen der christlichen Caritas widmeten. Das Piusinstitut, eine heilpädagogische Anstalt mit Heim und Sonderschule, entstand. 1887 wurde das Provinzhaus in Graz bezogen. Gegenüber dem Provinzhaus wurde ein Privatspital, die heutige Privatklinik, gebaut, damit die Novizinnen Gelegenheit hätten, Krankenpflege zu üben. Schon in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden Schwestern nach Kärnten für die Privatkrankenpflege, zum Einsatz in Waisenhäusern und Heimen erbeten. Während des Ersten Weltkrieges waren die Schwestern gefordert in der Aufnahme von Flüchtlingen und auch der Pflege in Lazaretten an Kriegsschauplätzen. Der Bedarf an Krankenschwestern war groß.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges leisteten die Schwestern viel Aufbauarbeit. Neue Wirkungskreise entstanden, etwa der Einsatz von Schwestern in Pfarren ohne Priester am Ort ab 1971. „Eine Entwicklung, die sich bis heute fortsetzt“, erzählt Schwester Maria Bosco, zuerst Lehrerin, später pastoral in den Pfarren Graz-Andritz und Bad Blumau tätig.

Ab 1990 begannen Umstrukturierungen in der Provinz. Diese führten zur Trennung von traditionsreichen Werken nach einer betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Analyse. Die neue Provinz „Europa Mitte“ mit dem Sitz in Wels entstand 2007. Sr. Maria Bosco, damals Provinzoberin, sieht den Auftrag des Gründers noch immer darin, die „Spürnase bei den Menschen zu haben“ und mit ihnen „auf den Landstraßen unterwegs zu sein, wie auch Pater Theodosius es war“. Heute sehr aktuelle Themen für die Kreuzschwestern sind „die vielen psychisch Belasteten oder auch Flüchtlinge“.

Trotz der abnehmenden Anzahl an Schwestern bemerkt Sr. Maria Bosco viel Interesse, das sie positiv stimmt. „Erst jüngst war eine junge Frau bei uns und wollte beten lernen.“ All das sind Zeichen, dass man hier etwas Besonderes finden kann, das sonst wohl fehlt.

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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